Es war heiß. Es war so heiß. Es war so unerträglich heiß. Und jetzt ist es 21 Uhr und es sind immer noch 39 Grad.
Die Gummibären, die ich seit ein paar Tagen im Handschuhfach liegen hatte, sind zu einer einzigen bunten Masse verklebt, siehe Foto. Sah ganz interessant aus.
Vier Stunden Abkühlung am Strand sind wie weggeblasen. Dort herrschte eh nur eine leichte Brise und wenn man sich nicht spätestens jede halbe Stunde im Meer abgekühlt hätte, wäre man den Hitzetod gestorben. Als wir ankamen war noch Ebbe, konnte man gut den ganzen Seetang sehen. Mussten wir ein bisschen weiter ins Meer hinein laufen, um ins tiefere Wasser zu kommen. Kleine Fische habe ich dabei gesehen und mich leicht geekelt. Auch wegen des vielen grünen Seetangs. Später, als die Flut eingesetzt hatte, konnte man besser schwimmen. Und das ganze Grünzeugs musste man auch nicht mehr betrachten. Wellen gab es heute keine und das war gut so. Denn sonst hätte ich mich nicht so schön im Meer treiben lassen können.
Unser Strandzelt mussten wir später noch mal kurz um 180 Grad drehen, weil zuviel Sonne hereinkam. Eigentlich hätten 90 Grad auch gereicht, aber dann hätte ich immer diese zwei lärmigen Familien mit ihren zwei Zelten im Blickfeld gehabt und mir hatte es schon gereicht, dass ich sie hören musste. Aufs Sehen konnte ich da gut verzichten. Einmal sind wir nur ca. 10 Minuten am Strand gelaufen, aber als wir zurück liefen, dachte ich, ich kriege einen Sonnenstich. Zwar hatte ich meinen großen Strohhut auf, Sonnenbrille, T-Shirt mit längeren Ärmeln und eingecremt war ich auch, aber es gab kaum Wind, der Abkühlung gebracht hätte. Ich hab’s gerade noch zurück geschafft, um mich ins kalte Wasser zu stürzen.
Wieder zu Hause gab’s stickige Luft im Haus, alle Vorhänge waren geschlossen. Von Abkühlung keine Spur mehr und nach dem duschen stand mir auch gleich wieder der Schweiß auf der Stirn. Also hieß es in Unterbuxe und Top herumlaufen. Wäre ich ganz alleine zu Hause, würde ich nackig rumspringen. Allerdings könnte es dann sein, dass ich mich nicht mehr von meinem Schreibtischstuhl erheben könnte. Nun hat gerade Johns Freund Sonny angerufen, er will noch kurz mit Familie vorbei kommen. Kann er gerne machen - Nachteil für mich - ich muss mir nun doch ‘ne Hose anziehen.
Ich freue mich aufs neue Jahr. Ich finde das dieses Mal richtig spannend. Mal schauen, ob aus meinen Plänen was wird, was das Jahr sonst noch so mit sich bringt. Ich habe dieses Gefühl schon lange nicht mehr gehabt. Jahresende und Jahresanfang waren mir in den vergangenen Jahren herzlich egal. Ich meine, hätte man nicht irgendwann einmal das Jahr eingeteilt, wüssten wir schließlich überhaupt nicht, dass heute der letzte Tag im Jahr ist. Aber heute bin ich richtig gut gelaunt, trotz des vielen schwitzens. Schätze weil ich ein paar spannende Pläne habe. Gute Vorsätze habe ich nicht, die überlasse ich anderen Leuten.