als würde ich ein paar Tage Online-Pause einlegen (müssen). Ist ok, es soll ja noch Leben außerhalb der Pixelwelt geben.
April 2008
30 April, 2008
30 April, 2008
Australien hat ein Abkommen mit Deutschland, welches jungen Leuten ab 18 Jahren und bis zum 30. Geburtstag erlaubt ein Jahr lang in Australien zu leben, reisen und zu arbeiten. Mittlerweile darf man dieses Visum ein zweites Mal beantragen, wenn man beim ersten Mal wenigstens 3 Monate lang als Erntehelfer nachweislich gearbeitet hat. Allerdings muss man hier aufpassen, dass die Regionen in denen man sich den Buckel krumm arbeitet auch in der Liste von der Regierung genannten Postleitzahlenbereichen liegen. Die Liste kann man auf der www.immi.gov.au Webseite einsehen. Dort sind natürlich u. a. auch sämtliche Visakategorien gelistet, man kann es auch online beantragen und bezahlen. Ferner findet man dort eine Liste mit Berufen, die in Australien dringend benötigt werden und mit denen man, sofern man noch unter 45 Jahre alt ist, auf jeden Fall ein Arbeitsvisum und eine Aufenthaltsgenehmigung bekommt.
Persönlich finde ich es für junge Leute interessant Working Holiday zu machen. Andere Menschen und andere Sitten kennen zu lernen erweitert den Horizont und vielleicht weiß man nach der Rückkehr in die Heimat diese auch wieder mehr zu schätzen. Oder man kommt doch noch einmal wieder, will womöglich bleiben. Australien macht doch irgendwie süchtig, so blöd wie es klingt. Dabei gibt es ausreichend Dinge, die mir doch irgendwie immer mal wieder auf die Nerven gehen. Die ekeligen Buschfliegen, die dir den Sommer vermiesen, die an dir kleben, als hättest du Honig am Arsch. Die es einem vermiesen sein Grillfleisch im Freien zu essen, einen nötigen beim spazierengehen möglichst gar nicht mit seinem Partner zu reden, weil man keine Fliegen im Mund haben will. Fliegen die einem auf dem T-Shirt bekleideten Rücken hängen, um die Ohren, Nase und Mund schwirren und die man am liebsten mit einem Flammenwerfer für immer ins Nirwana schicken möchte. Mutierte Riesenmücken, die vorzugsweise in der Abenddämmerung an dir saugen, wenn du eigentlich nur mit einem Glas Wein oder einem kalten Bier im Sommer auf der Terrasse den Tag ausklingen lassen willst.
Geschwindigkeitsbegrenzungen von 110 kmh auf Highways, die vom Verkehrsaufkommen her doch ein wenig mehr speed zu lassen würden. Die unverschämt hohen Strafzettel für ein paar Stundenkilometer über dem Limit, die Regulierungswut der Regierung, teilweise auch aus versicherungstechnischen Gründen, das sich wichtig tun der Security Guards, die Lahmarschigkeit mit der sich manche Geschäftsleute und Mechaniker beim Kunden zurückmelden. Rassismus, der doch immer wieder mal aufkommt, obwohl sich die Regierung seit Jahren besser um ihre Einwanderer kümmert, als ich es von Deutschland aus gewöhnt bin.
Man muss den Kontinent einmal besucht haben, um zu begreifen, wie groß, trocken und extrem er ist. Wie wunderschön die Landschaft ist, auch wenn man sich im Sommer halb doof schwitzt. Wie Parkranger mit einer Hingabe ihren Beruf ausüben, sich um den Natur- und Tierschutz bemühen. Groß ist die Chance Menschen aus sämtlichen Ländern der Erde zu treffen, teilweise angepasst, teilweise doch in ihren eigenen Kulturen verbleibend. Auch das Schicksal der Aborigines ist nur annähernd zu begreifen, wenn man sich langsam die australische Mentalität und Kultur erarbeitet. Wobei, das weiß man ja, die Briten die ersten Einwanderer waren und dementsprechend viel Einfluss genommen haben. Zum Glück ist aber das Leben in Australien mittlerweile durch sehr viel andere Kulturen, als die britisch-steife durchzogen, sodass man durchaus glücklich und zufrieden dort leben kann.
Schade ist nur, dass Australien so weit wech ist.
Es gab ja auch eine Weile einen Fernsehspot für den Tourismus. Da hieß es dann, nachdem tolle Bilder vom Kontinent gezeigt wurde, am Ende Where the bloody hell are you? Das fanden einige Leute nicht gut und angeblich hat man sich auch im Mutterland über das Wort “bloody” aufgeregt. Auch komisch, denn genau von dort kommt es
Persönlich übersetze ich es immer mit Wo zum Teufel bleibst du, was ich nicht wirklich schlimm finde, eher lustig. Warum muss Werbung steif sein? Wer sich Klopapier- und Prostatabeschwerden- Werbung ansehen muss, darf auch mal “bloody” hören.
What are you waiting for - get out there - see Australia! Kommt meine Lieben und schaut euch mal meine Wahlheimat an. Und stört euch bitte nicht an den Kakerlaken, die schon mal ins Haus kommen oder den mehr oder wenigen gefährlichen Spinnen
Aber ich glaube, das habe ich alles irgendwie doch schon mal geschrieben…macht aber nix…ich scheine mich im Moment doch nach meinen Männern, meinem Haus, schlicht nach meinem Leben zu sehnen. Und ist es nicht besonders bescheuert, dass ich mich, bin ich dort, nach Deutschland sehne?
29 April, 2008
Was habe ich in der Erziehung falsch gemacht, dass Marco gerne mal einen wingsuit base jump machen möchte? Mir wird ja schon beim zugucken schlecht.
Ich schicke ihm gleich mal den Link des Pechvogel-Falschirmspringers, dessen Schirm sich erst nicht öffnet und der dann zielstrebig in die Stromleitungen segelt. Das war übrigens sein erster und letzter Sprung
29 April, 2008
Wie leiere ich dem Kunden mehr Geld aus der Tasche?
Posted by OZ-Tusse under Leben woandersNo Comments
Auf unserer Telefonrechnung steht ja schon seit langem der Posten 2 $ dafür, dass wir der Telefongesellschaft keine Einzugsermächtigung erteilt haben. Nein, meine Lieben, wir möchten auch nicht, dass Hinz und Kunz Zugriff auf unser Konto hat. Wozu? Wir zahlen unsere Rechnungen pünktlich. Jetzt stehen 2 $ zusätzlich drauf, für die Ehre eine Rechnung geschickt zu bekommen. Bislang war ich immer der Meinung, wer Geschäftsbeziehungen pflegt, schreibt Rechnungen, für dessen Aufwand er den Verbraucher nicht finanziell belangt, weil ähm – ja wie soll ich es jetzt sagen – man sonst dem Kunden Geld für das Privileg dafür aus der Tasche leiert, ähm Kunde zu sein. Ja, ich glaube das trifft ganz gut, wie ich es empfinde. Ich muss keine Papierrechnung mit der Post empfangen. Ich möchte aber verdammt noch mal rechtzeitig darüber aufgeklärt werden und eine Wahlmöglichkeit haben und nicht klammheimlich hier 2 $ und da 2 $ mehr berechnet bekommen. Das regt mich total auf. Es regt mich auf, wenn so etwas nicht ganz deutlich in großen Buchstaben auf der letzten Rechnung steht. Ich möchte kein Elektronenrastermikroskop benutzen müssen, um über Änderungen informiert zu werden. Ich fühle mich verarscht.
29 April, 2008
John und ich haben eine große Bitte an alle Konsumenten. Bitte hört auf Geld auszugeben, das ihr nicht besitzt. Wir wollen einfach nicht mehr für Leute „bestraft“ werden, die ständig ihre Kreditkarten zücken, aber kein Geld auf dem Konto haben. Oder wie sonst ist die Aussage zu verstehen, dass der Leitzins erhöht werden muss, weil die Australier zu viel Geld ausgeben? Und könnte mal jemand dem Harvey Norman erzählen, niemand braucht Konsumgüter, die er sich nicht leisten kann. Schluss mit der Werbung – Kauf heute – bezahl drei Generationen später!
Auch bei dem Angebot – Kauf 2, ramsch dir das dritte Teil für den halben Preis – spart man nicht wirklich. Logik sagt zwar bei diesem verführerischen Angebot, je mehr Geld man ausgibt, je mehr spart man, aber hey – dem ist nicht so.
Je mehr Geld man ausgibt, je mehr Geld gibt man aus. Da gibt’s kein Drehen und Wenden, wie es gerade dem Konsumentenhirn passt.
Kaufentscheidung treffen, Ware auf Verkaufstresen legen, Geld dem Verkäufer hinlegen, Verkäufer nimmt Geld, Geld wech, knisternde Scheine und klimpernde Münzen auf Konto von Geschäftsinhaber, Geschäftsinhaber auf Weltreise, Konsumenten-Portemonnaie leer - langes Gesicht, Geschäftsinhaber hält sich vor lauter Lachen den Bauch und stopft sich erlesene Speisen in den Rachen, Konsument isst Fish ’n Chips, Konsument fühlt sich schlecht, Konsument geht einkaufen, Inhaber hat Dauergrinsen im Gesicht.
Meine Version von „Volkswirtschaft leicht gemacht“ - gepaart mit Lebenserfahrung. Aber das Schärfste kommt ja noch. Weil in Amerika die Banken zu viel Geld an Menschen verliehen haben, die sich dann wiederum Häuser davon gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten und viele ausländische Banken Geld in diese Hypotheken investiert haben, weil sie dachten – hey geil lass uns mal Milliarden verdienen, indem wir Geld verleihen, was uns gar nicht wirklich gehört (das merkt ja niemand) - steigen bei uns die Zinsen. Oder habe ich das missverstanden? Ich lasse mich gerne aufklären, man will ja keinen Unsinn erzählen.
Jetzt jammert eine große Bank nach der anderen, alle paar Tage kann man lesen, wie viele Millionen Verlust sie gemacht haben. Da sag ich mal, hättet nicht so gierig sein sollen, was natürlich auch auf die Investoren, sprich Aktienbesitzer zutrifft, denn die wollen ja immer höhere Dividenden. Dass deutsche Banken Otto Normal, der vielleicht gerade einmal weiß, wie Aktie geschrieben wird, heutzutage wenn er/sie/ arbeitslos wird ohne mit der Wimper zu zucken den Dispokredit sperren und gleich das überzogene Konto ausgeglichen haben wollen und somit dem Kunden, den sie sowieso gar nicht haben wollen, noch mehr in die Misere und Schuldenspirale drängen, ist vermutlich vielen Leuten, gar nicht klar. Man muss eben studiert haben, um das Geld anderer Leute verprassen zu dürfen. Kann mal jemand dieses Karussell stoppen? Ich will aussteigen.
Wie Geld funktioniert wird hier in drei Teilen so anschaulich erklärt, dass am Ende nur noch die Frage übrig bleibt „Haben wir alle hochgradig einen an der Klatsche, dass wir es soweit haben kommen lassen?“
29 April, 2008
bekomme ich, wenn ich darüber lese, dass eine Frau von ihrem Vater 24 Jahre lang (diese Zeitspanne muss man sich einmal vor Augen führen!) in einem Kellerverlies im Elternhaus gefangen gehalten worden ist.
Ich glaube nicht eine Sekunde lang, dass ihre Mutter nichts gewusst hat.
26 April, 2008
Kam ich gestern wieder ins berühmt berüchtigte Dorf, standen drei fremde Männer mit meinem Schwager im Garten, die ihm geholfen haben, ein riesiges Tor aufzustellen. Damit das neue Familienmitglied Enzo vor den Menschen geschützt wird oder umgekehrt. Sag ich “Hallo” in die Runde. Die drei Männer schauen glotzen mich an, sagen nichts, starren einige Sekunden stumm weiter, drehen sich um und machen sich wieder an die Arbeit. Einer hatte etwas blöder gestarrt, als die anderen (doch…das ist möglich…doch doch), was unter Umständen daran gelegen haben mag, dass er Alfred E. Neumann war oder zumindest mit ihm verwandt ist, die Ähnlichkeit ist enorm.
Warum ist es so schwer die einfachsten Formen der Höflichkeit zu befolgen? Jemand grüßt, man grüßt zurück. Ob man die Person nun kennt oder nicht, ist pupsegal. Seltsames Volk…
25 April, 2008
wie ich eins bin, kann ich gleichzeitig jede Menge Mails lesen, mich durch den Lärm oder heißt es über den Lärm? einer föhnenden Cousine mit diversen anderen Leuten im Raum unterhalten - sprich Rede und Antwort geben. Zu allem Überfluss hängt mir noch ein Jaime wie ein Koalababy am Rücken. Apropos Rücken - ich hocke hier auf einem niedrigen Sessel. Aber man darf sich ja nicht beklagen, wenn man auf andere Leute Internetverbindung angewiesen ist.
Ich bin eine Urlauberin - holt mich hier raus!
Vier Tage habe ich für das Schreiben einer Kurzgeschichte gebraucht. Ich hab gedacht ich dreh am Rad - 1 Millionen Mal unterbrochen worden. Dass ich nicht kompletten Mist geschrieben habe, ist bestimmt nur…siehe Überschrift…zu verdanken. Ich habe die Geschichte, deren Anfang ich hier einmal vorgestellt hatte endlich zu Ende geschrieben - Die Marmelade ist alle - heißt sie. Blöder Titel ![]()
23 April, 2008
Es gibt nichts leckeres für mich, als Pommes mit Mayo und Currywurst. Gibt es bei uns in Oz nicht, die Currywurst. Und falls doch irgendwo mal (ich habe noch keine Quelle gefunden), dann hundertprozentig nicht so lecker wie in der Heimat. Da auch die Pommes in Oz grundsätzlich ohne was kommt, ist es ein wahrer Genuß leicht angewärmte Mayo gleich mitgeliefert zu bekommen. Man kann sich nicht vorstellen, dass man auf so eine Art Junkfood Appetit hat, wenn man nicht dran kommt. Ich glaube jetzt muss ich etwas kürzer treten mit der Kalorienzufuhr. Leider verbrauche ich kaum welche, als fette Kugel will ich auch nicht den Heimathafen anlaufen.
Jaime ist schwer beschäftigter Fußballspieler geworden. Mit den anderen “Ausländerkindern” - die sind etwas weltoffener
Unsere paar Tage im Harz sind jetzt auch gebucht, ich hoffe es bleibt jetzt etwas wärmer, von Kälte habe ich genug. Die Tage sah ich in dem Wald, in dem wir als Kinder schon gespielt haben, einen Specht ganz oben an einem Baumstamm, der die Späne fliegen lies. Auch mal wieder schön so ein einheimisches Tier zu sehen, statt immer nur platt gefahrene Wombats, Füchse oder Katzen am Straßenrand.
Ich mags ja kaum sagen, aber ich genieße sogar mal die eine oder andere deutsche Fernsehproduktion. Wenn ich mir das TV Programm in der Zeitung anschaue, dann sehe ich sehr viele Sendungen, die es bei uns auch gibt. Na, die gucke ich mir dann doch lieber zu Hause an, man will ja auch mal wieder etwas anderes sehen. Dass alleine schon das Aussuchen bei der enormen Auswahl an Programmen einige Zeit in Anspruch nimmt, ist auch irgendwie nervig. Da kann man sich ja kaum entscheiden…was bei unseren fünf staatlichen Programmen in Australien ja nun wirklich kein Thema ist. Besonders, wenn auf dreien im Sommer Sportübertragungen laufen. Klar könnten wir uns auch Privatfernsehen anmelden, aber irgendwie haben wir beide nie wirklich die Lust dazu, dafür auch noch Geld auszugeben. Was dem Marco jetzt wegen der Europameisterschaft bitter aufstößt. Wesentlich teurer als in Deutschland ist es ohnehin, aber ich will auch nicht dauernd auf fernsehglotzende Männer in meinem Haushalt starren müssen. Finde ich öde.
PS Die Frisur kriege ich langsam in den Griff
19 April, 2008
Von Bauerntölpeln und Sensibelchen
Posted by OZ-Tusse under Familienkram, Leben woanders[3] Comments
Jaime ist ein aufgeschlossenes Kind und findet immer und überall sofort Anschluss. Der hat kein Problem damit sich einer Gruppe Kindern zu nähern und mit ihnen zu spielen. Gestern kam er weinend nach Hause. Gegenüber des Hauses meiner Schwester gibt es noch drei freie Grundstücke. Da spielten die Nachbarblagen Fussball. Er muss wohl hingegangen sein, wurde gefragt, wie er heißt und dann wegen seines Namens ausgelacht. Mein Herz hat geblutet. Das ist bislang noch nie vorgekommen. Ich habe versucht ihn zu trösten…die Bauernlümmel wissen vermutlich gar nicht, dass es hinter den Grenzen dieses Dorfes noch Leben gibt, habe ich ihm gesagt. Und das Ralf, Derk, Jan oder wie sie hier auch alle heißen mögen, ganz doofe Namen sind. Du mein Kind hast einen wunderschönen Namen (der übrigens keine Abkürzung von James, wie manche Leute annehmen, ist).
Natürlich kann man seine Kinder nicht vor seelischen Grausamkeiten anderer Kinder schützen, wenn man nicht dabei ist. Interessant finde ich nur, dass so etwas bei uns nicht vorkommen würde. Da gibt es so viele “fremde” Namen, kein Mensch schert sich darum. Warum geht das hier nicht?