Bekloppt


Habe ich mich vor wenigen Tagen noch über Google ereifert, erfahre ich gestern Abend von Marco, dass das Kraken-Google-Mobil schon längst in unserer Straße war und ja…hallo…man unser Haus bewundern darf. Schön, dass nur wenige unsere Adresse kennen. Das Google-Mobil muss vor einigen Monaten durchgeeiert sein, Änderungen, die wir am Haus vorgenommen haben, sind nämlich nicht sichtbar und auch der Rasen vorne ist vertrocknet, was er jetzt im Winter nicht mehr ist. Ich wünschte mir ich hätte den Moment, in dem dieses ominöse Teil durch unsere Straße getuckert ist, mitbekommen. Dann wäre ich nämlich vors Auto gesprungen und hätte gleich verlangt, die Daten zu löschen. Denn ja, stellt euch vor, ich liebe es selbst bestimmen zu können, ob ich mein Haus im Internet anglotzen lassen möchte oder nicht. Das bisschen Privatsphäre, das einem bleibt, möchte man doch beschützen. Zumindest ich. Weiß nicht wie “man” darüber denkt. Klar, die Straße ist öffentlich - aber mein Haus nicht! Es geht mir ums Prinzip, das mag man bereits erkannt haben. Ja, ich kann Prinzipienreiterin sein, wenn ich will. Und warum auch nicht?

In diesem ach so schönen Land darf man aus politisch korrekten Gründen sein eigenes Kind nicht mehr bei Veranstaltungen fotografieren, es sei denn man stellt absolut sicher, dass sich kein anderes Kind mit auf dem Foto befindet…mmh kann man ja so schnell gar nicht…mmmh da darf dann von einem verlangt werden, die Fotos zu löschen. Oder es wird einem die Kamera abgenommen. Ja, ja so ist das hier seit Jahren an den Schulen, bei sportlichen Veranstaltungen oder bei Aufführungen in Kindergärten und Schulen. Weil, das muss ich jetzt sicher erst erklären..also das ist so…hier versteckt sich hinter jedem Busch und Eukalyptusbaum ein Pädophiler. Und der geht hin und fotografiert wahllos Kinder. Und dann geilt der sich im privaten an diesen angezogenen Kindern auf und vielleicht ist der auch Mitglied in so einer Tauschbörse, wo ganz viele andere Wichser und Kinderschänder vertreten sind. Leuchtet ein, oder?

Genauso wie…also das muss ich jetzt auch mal erklären…in diesem schönen freien Land…da gibts Videoshops. Nichts Ungewöhnliches, nee finde ich auch nicht. Also da geht man ahnungslos mit seinen Kindern rein und da reihen sich dann Horrormovie-Cover an Softporno-Titten-Cover und eine Reihe weiter sind dann “normale” Filme und noch ne Reihe weiter die Kinderfilme. Und es stört auch kein Schwein, dass man sein Kind mit in einen Kinofilm nimmt, der überhaupt nicht geeignet ist für Kinder in deren Alter. Weil…mmh ja…also das muss ich jetzt auch mal kurz erklären…man als Eltern schließlich am besten weiß, was gut für seine Kinder ist. Wo kommen wir denn da hin, wenn das Gesetz den Eltern vorschreibt, dies und jenes nicht zu dürfen? Mmh? Wohin? Das geht eben nicht, in diesem unserem freien Land.

Und deshalb darf man sein eigenes Kind nicht mehr in der obengenannten Öffentlichkeit fotografieren. Ist doch logisch, oder?

oder wie sich das noch nennt, krebste im November auch in Australien herum. Google behauptet ja kackendreist es gäbe keine Privatspähre. Nee is klar nä, wenn man sich und seine Visionen allen Menschen auf diesem Planeten unbedingt aufs Auge drücken will, gibt es die natürlich auch nicht. Interessant nur, dass die meisten Menschen eben nicht fotografiert werden möchten und sich unfreiwillig im Internet begaffen lassen möchten. Ich meine, die wenige Privatspähre, die uns allen noch bleibt, darf nicht von Kraken wie Google untergraben werden - basta!

ABC-Korrespondent Peter Lloyd ist in Singapur wegen einer Minimenge Drogenbesitzes verhaftet worden. Gestern hat man ihn noch mit drei zusätzlichen Anklagen beworfen, im Moment ist er auf Kaution draußen. Man darf gespannt sein, ob er 10 oder 20 Jahre Knast bekommt, mit oder ohne Stockschläge. Meine Herren, der Mann ist 41 Jahre alt und weiß es nicht besser???

geht an John für das Aufmalen von Augenbrauen auf dem Fell unseres weißen Hundes mit einem roten Filzstift.

geht an Frank und Petra S. aus Deutschland, die mit Touristenvisum und zwei kleinen Kindern nach Australien “ausgewandert” sind. Während der Seecontainer mit ihrem gesamten Hausrat noch unterwegs ist, schlagen Frank und Petra sich mit allerlei Alltagssorgen herum. Wie z. B. kommt man an sein Geld in Australien, wenn man kein australisches Bankkonto hat und wieso bekomme ich eigentlich keine Arbeitserlaubnis, wenn ich in Oz arbeiten möchte? Dringend möchten sie einen Laptop kaufen, damit sie auch in den kommenden Jahren immer schön per Webcam mit den Lieben daheim kommunizieren können. Als Frank mit seiner Schwester in D. telefoniert, damit sie sich um die Bankschwierigkeiten mit der Kreditkarte kümmert, überwältigt ihn der Stress und er weint.

Ich auch, ob der Deppenhaftigkeit mancher Menschen. Schmuddel-Terry, eine australische Internetbekanntschaft, kann da auch nicht weiter helfen. Die Vermutung liegt nahe, dass Terry Null Ahnung hat von den Gesetzen des eigenen Landes. Macht ja nix, Hauptsache im Kühlschrank steht ausreichend Alk. Prost!

Ich schätze mal, Familie S. ist schneller wieder in Deutschland, als ihr Seecontainer für die lange Reise von D. nach Oz benötigt. Dass der Mann Flugzeugmechaniker ist, erschreckt mich als regelmäßige Fliegerin dann doch ganz schön. Die sind doch wohl nicht alle so doof, oder?

Wieviel bezalt ein deutscher Fernsehsender überhaupt den Leuten für diese zur Schaustellung? Oder machen die das für lau? Und warum tue ich mir diese Sendung an, wo ich doch gar nicht auswandern will? Fragen über Fragen…

PS Wenn demnächst bei Ebay Deutschland ein brandneues Laptop mit englischer Tastatur angeboten wird, könnten die Fingerabdrücke der Familie S. aus A. in D. drauf sein.

ein Ingenieurstudium absolviert haben muss, dann macht mich das fuchsteufelswild. Besonders, wenn mein Magen durchhängt und ich mich doof und dämlich fummeln muss und das Ding dann trotzdem nicht funktioniert. Und gereinigt werden muss, obwohl es nicht seine Pflicht getan hat. Ich war mal mit einem Ingenieur verheiratet, aber das nützt mir auch nix. War ohnehin so eine überflüssige Ehe. Dass ausgerechnet dieses Wunderwerk einer Küchenmaschine mich daran erinnern muss, wo ich das doch in all den Jahren so erfolgreich aus meinem Gedächtnis gestrichen hatte, ist bitter.

 

unsichtbar? Ein Trottel, der Geld loswerden oder eine simple Auskunft möchte verdient keine professionelle Freundlichkeit. Der ist lästig der Mensch, der da vor einem steht. Was will der überhaupt hier? Hat der kein Zuhause?

Oberstes Oz-Tusse-Gesetz

  1. Der Kunde wird zuerst begrüßt - nicht umgekehrt. Stummes anglotzen des Kunden macht Kunden aggressiv.
  2. Spricht der Dienstleister mit einem Kunden am Telefon und ein neuer Kunde betritt das Büro, ist es oberstes Gebot dem Kunden entweder durch ein kurzes Lächeln, Nicken, Hand heben oder was einem sonst einfallen kann (am Kopf oder Hintern kratzen ist nicht vertrauenseinflössend), zu signalisieren Ich hab’ dich gesehen und kümmere mich gleich um dich. Blickkontakt herzustellen ist entgegen landläufiger Meinung der Dienstleister in Deutschland bei Kunden jedweder Altersklasse nicht verpönt.
  3. Man sollte in der Gegenwart von Kunden weder über Arbeitskollegen, noch über andere Kunden lästern. Da drängt sich mir jedes mal die Frage auf: Was sagen die über mich, sobald ich meinen Luxuskörper aus der Tür gedreht habe? Zweiter Gedanke - aber den verrate ich nicht - who the fuck cares, was Linda Dauerwelle über mich denkt?

Es ist schon ein Kreuz, was einem alles ins Auge springt, wenn man aus einem servicefreundlichem Land auf Visite in Deutschland ist.

Highlights des gestrigen Tages…

freundlich und professionelle Bedienung im italienischen Restaurant. Dito im Eiscafé. Dito bei der Bootstour. Nur die zwei anderen Paare waren nach über eine Stunde genervt, dass die einstündige Bootsfahrt eine halbe Stunde länger dauerte. Ich frage mich, wie kann man nur genervt sein, wenn man etwas umsonst bekommt? Meine Mutter, mit der ich die Bootstour gemacht hatte rollte auch nur genervt mit den Augen und meinte: “Hooch, dass es auch immer Leute gibt, die nicht zuhören!” Tatsache war, der Bootsführer hatte extra angekündigt, dass unsere Tour ca. eine halbe Stunde länger dauern würde, weil noch eine Horde Kinder dazusteigen würde, die Geburtstag feierten. Die halbe Stunde mehr kam dadurch zu Stande, dass er mit dem Boot und uns als Passagiere noch kurz zur “Insel” fahren musste, um dort den “Piratenschatz” zu vergraben, den die Kinder natürlich zum Ende der Tour hin ausgraben sollten. Dabei war uns freigestellt, am Steg zu warten, es wurde niemand gezwungen vorzeitig aufs Boot zu gehen.

Was total peinlich und für meinen Geschmack mal wieder typisch Deutsch war, war die Tatsache, dass der Bootsführer die wartenden Passagiere “vorgewarnt” hatte. “Es kommen noch 10 Kinder an Bord. Wem das etwas ausmacht, der sollte lieber ein anderes Mal Boot fahren.” Für mich hörte sich das so an wie “Entschuldigung, dieser Planet ist auch von Kindern bevölkert. Wer eine Aversion gegen seine kindlichen Mitbürger hat, sollte tunlichst das Weite suchen.” Ein Paar ist daraufhin tatsächlich gegangen. Zwei andere meinten, nö also wirklich… nö warum sollten denn die Kinder stören? Sind doch auch Menschen. Das waren dann die, die nicht richtig zugehört hatten hehe. Jaime hatte übrigens die Fahrt umsonst bekommen, wobei er eigentlich hätte bezahlen müssen. Zwar nur 3 €, aber ich fands richtig nett und hab mich gefreut.

John und ich haben eine große Bitte an alle Konsumenten. Bitte hört auf Geld auszugeben, das ihr nicht besitzt. Wir wollen einfach nicht mehr für Leute „bestraft“ werden, die ständig ihre Kreditkarten zücken, aber kein Geld auf dem Konto haben. Oder wie sonst ist die Aussage zu verstehen, dass der Leitzins erhöht werden muss, weil die Australier zu viel Geld ausgeben? Und könnte mal jemand dem Harvey Norman erzählen, niemand braucht Konsumgüter, die er sich nicht leisten kann. Schluss mit der Werbung – Kauf heute – bezahl drei Generationen später!
Auch bei dem Angebot – Kauf 2, ramsch dir das dritte Teil für den halben Preis – spart man nicht wirklich. Logik sagt zwar bei diesem verführerischen Angebot, je mehr Geld man ausgibt, je mehr spart man, aber hey – dem ist nicht so.
Je mehr Geld man ausgibt, je mehr Geld gibt man aus. Da gibt’s kein Drehen und Wenden, wie es gerade dem Konsumentenhirn passt.
Kaufentscheidung treffen, Ware auf Verkaufstresen legen, Geld dem Verkäufer hinlegen, Verkäufer nimmt Geld, Geld wech, knisternde Scheine und klimpernde Münzen auf Konto von Geschäftsinhaber, Geschäftsinhaber auf Weltreise, Konsumenten-Portemonnaie leer - langes Gesicht, Geschäftsinhaber hält sich vor lauter Lachen den Bauch und stopft sich erlesene Speisen in den Rachen, Konsument isst Fish ’n Chips, Konsument fühlt sich schlecht, Konsument geht einkaufen, Inhaber hat Dauergrinsen im Gesicht.

Meine Version von „Volkswirtschaft leicht gemacht“ - gepaart mit Lebenserfahrung. Aber das Schärfste kommt ja noch. Weil in Amerika die Banken zu viel Geld an Menschen verliehen haben, die sich dann wiederum Häuser davon gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten und viele ausländische Banken Geld in diese Hypotheken investiert haben, weil sie dachten – hey geil lass uns mal Milliarden verdienen, indem wir Geld verleihen, was uns gar nicht wirklich gehört (das merkt ja niemand) - steigen bei uns die Zinsen. Oder habe ich das missverstanden? Ich lasse mich gerne aufklären, man will ja keinen Unsinn erzählen.

Jetzt jammert eine große Bank nach der anderen, alle paar Tage kann man lesen, wie viele Millionen Verlust sie gemacht haben. Da sag ich mal, hättet nicht so gierig sein sollen, was natürlich auch auf die Investoren, sprich Aktienbesitzer zutrifft, denn die wollen ja immer höhere Dividenden. Dass deutsche Banken  Otto Normal, der vielleicht gerade einmal weiß, wie Aktie geschrieben wird, heutzutage wenn er/sie/ arbeitslos wird ohne mit der Wimper zu zucken den Dispokredit sperren und gleich das überzogene Konto ausgeglichen haben wollen und somit dem Kunden, den sie sowieso gar nicht haben wollen, noch mehr in die Misere und Schuldenspirale drängen, ist vermutlich vielen Leuten, gar nicht klar. Man muss eben studiert haben, um das Geld anderer Leute verprassen zu dürfen. Kann mal jemand dieses Karussell stoppen? Ich will aussteigen.

Wie Geld funktioniert wird hier in drei Teilen so anschaulich erklärt, dass am Ende nur noch die Frage übrig bleibt „Haben wir alle hochgradig einen an der Klatsche, dass wir es soweit haben kommen lassen?“

 

“Zwei halbe Welten sind immer noch keine ganze Welt”, lese ich in Tommy Jauds Buch Resturlaub. Stimmt. Ich fühle mich halb. Was mich dazu veranlasst mich zu fragen Wann habe ich aufgehört mich Ganz zu fühlen? Ich erinnere mich nicht, fühle mich lost - zwar nicht in translation - aber irgendwie zwischen zwei Leben, zwei Kontinenten. Wann komme ich endlich an? Was aber noch viel wichtiger ist…wie stelle ich es an anzukommen?

Schaue ich in den Spiegel, kriege ich das große Kotzen. Mein Haar ist ruiniert, meine Mundwinkel nur nach unten gezogen. Jetzt dauert es wenigstens ein Jahr bis die vielen Stufen, die mein Haar durch die Naturwellen gewellt gretchenhaft aussehen lassen, gewachsen ist und mir ein begnadeter Friseur eine Frisur schneiden kann. Mein Herz wird schwer, wenn ich an Pasquale aus Berlin denke, der mir vor einigen Jahren, schnipp schnapp schnippedischnapp flink wie Edward mit den Scherenhänden, einen zauberhaften Schnitt verpasst hatte.

Man sehe ich Scheiße aus.

Es tröstet mich auch nicht im geringsten, dass es Menschen gibt, die hungern und an ihre Frisur nicht einen Gedanken verschwenden.

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