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- Marco muss gleich Rede halten
- Rede halten
- ...tanzen...
- ...kenn ich nicht
- ...die auch nicht
- Marco..Jess..Elijah
- Wer kann nicht fotografieren?
24 August, 2008
19 August, 2008
Farbe beim trocknen zuzusehen - aarrrgh! Da hat der John sich ein Buchhaltungsprogramm gekauft, obwohl er weder von Buchhaltung noch von Computern die geringste Ahnung hat. Und jetzt soll ich…darf ich…muss ich mich mit diesem drögen Kram beschäftigen. Ich kenne das Programm genauso wenig wie er, von Buchhaltung habe ich nur noch minimalste Kenntnisse im Langzeitgedächtnis gespeichert und den ganzen öden Kram noch auf Englisch?
Da er nur nebenher Selbstständig ist und der Hauptverdienst von den Finnen kommt, finde ich, hat er voll übertrieben. Das hätten wir auch anders regeln können. Tja, da hatte ich mir erlaubt mich aus dieser Sache rauszuhalten und was passiert? Doof das!
16 August, 2008
…haha reingefallen…nicht Marco, sondern Aaron, der Sohn von Helen und David, auch grade erst 20 geworden. Das macht Helen mit 41 Jahren zur Oma. Hab Marco gleich gesagt, dass ich mir das Verbitte - möchte zwar mal Oma werden, aber möglichst nicht in meinen Vierzigern. Muss ja jetzt niemand wissen, dass ich meine eigene Mutter mit 45 Jahren in die Oma-Kategorie katapultiert habe. Außerdem können sich die beiden noch nicht einmal leisten von Zuhause auszuziehen, wobei Marco gestern noch meinte, er würde sich einen kleinen alten Wohnwagen kaufen (wovon mein Sohn?) und ihn Vorne auf den Rasen stellen. Zum duschen und essen würde er selbstverständlich ins Haus kommen. Was für eine brilliante Idee. Hätte ich auch drauf kommen können.
Nach kurzem nachdenken, kommt mir eine viel bessere Idee. Ihr Zwei übernehmt die laufenden Kosten für unser Haus im nächsten Jahr und John, Jaime und ich gehen für ne Weile nach Deutschland. How does that sound Marco? Könnte mir vorstellen, dass wir uns dann weniger gegenseitig auf den Nerv gehen, denn die traute Zweisamkeit, die sich hier auf dem Foto darstellt, dauert bei uns immer nur wenige Minuten an und ich meine, das liegt daran, dass man in dem Alter einfach nicht mehr Zuhause wohnen sollte.
Wie mein Ex in einem anderen Leben zu mir zu sagen pflegte…das gute Verhältnis zu den Eltern wächst mit zunehmender Entfernung zu ihnen…oder so ähnlich.
9 August, 2008
Ich sag dir das jetzt mal unter vier Augen. Du wohnst nicht, wie du vielleicht irriger Weise annehmen magst, in einem Hotel. Es ist auch nicht dein Haus, ich gebe dir nur shelter. Und nein, ich hatte nicht einfach so grottenschlechte Laune, als ich dir heute Morgen mit abstehenden Haaren begegnet bin. Weißt du was ich in wenigen Minuten nach dem Aufstehen gesehen habe?
Jetzt sag ich es mal mit deinen eigenen Worten, vielleicht verstehst du die einfach besser, als meine gepflegte Ausdrucksweise:
For fucks sake, nur Idioten gehen vor! dem Sport ausgiebig duschen oder diejenigen, die keine Rechnungen zu bezahlen haben.
Und wenn du dir eine eigene Bleibe suchst, nimm bitte deinen Bruder und seine Millionen Legosteine mit und John und seine schwarzen Arbeitssockenfusseln auf meinem hellen Fußboden. Und die Pullis und Jacken, die gerne über Esszimmerstühle oder Barhocker gelegt werden. Und wenn du schon am Packen bist, nimmste dann auch gleich die 500 Zettel mit, die auf der Küchentheke liegen? Und vergiss nicht die Stühle an den Tisch zu schieben, bevor du gehst. Sag John, die Kissen vom Sofa darf er mitnehmen, die lässt er ja so gerne wie aus dem Arsch gezogen auf dem Sofa zurück, aber nehmt mal ruhig mit.
“Was sagst du? Nein, das Buch, was immer auf der Sofalehne liegt, ist nicht meins. Ja genau, pack das auch mit ein, das gehört John. Viel Spaß miteinander!”
Come to think of it…vielleicht wäre es einfacher, wenn ich ausziehe?
5 August, 2008
anzuprobieren macht tatsächlich Spaß. Gestern waren John und ich im Kostümverleih und haben uns durch einige Angebote probiert. Nachdem er sich dann für Julius Cäsar und ich mich für ein Königin Elizabeth Kostüm mit mega-geiler weißer hoher Perücke entschieden hatte und wir zufrieden nach Hause gefahren waren, konnten wir, kaum da, wieder umkehren. Marco jammerte herum, dass unsere Kostüme nicht zum Thema der Party passen würden. Doof das. Thema ist Fantasy und TV Charaktere und dann wird der Pub noch als Wald dekoriert. Aha! Da war ich ziemlich angepisst, die Perücke war nämlich klasse und ich wollte immer schon mal so ein bauschiges Kleid tragen.
Ich hatte dann noch Buzz Lightyear anprobiert, was auch ganz lustig aussah, aber irgendwie doch ein bisschen unbequem durch den enormen Brustumfang war. Alice im Wonderland sah langweilig aus, einen Fliegenpilz gab es nicht und auch keinen Frosch. Morticia gefiel mir dann doch nicht so gut und endlich hatten wir etwas gefunden, was nicht nur zum Thema passt, sondern uns beiden auch gut gefiel.
Robin Hood und Maid Marian it is now. Mein Kleid schmiegt sich weich und eng an meine speckigen Hüften wovon der mega-tiefe Ausschnitt ablenken wird, wenn die halbe Schwesternschaft heraushängt. Mal schauen was ich drunter ziehen kann, so halb nakig mag ich mich auch nicht präsentieren. So und jetzt gehen wir in den Wald ein paar Stöcker suchen, um daraus Pfeile zu schnitzen. Ich finde nämlich John muss unbedingt Pfeil und Bogen und Köcher haben und die gabs nicht im Verleih. Vermutlich aus versicherungstechnischen Gründen - man könnte ja jemandem ein Auge ausschießen.
31 Juli, 2008
aber ganz ehrlich, entweder lege ich mir ein dickeres Fell zu oder klemme mir ne Wäscheklammer auf die Nase. Ich weiß, dass du nichts weißt, nichts verstehst, auch wenn ich es dir erkläre - langsam und deutlich wie einem Kleinkind - zweisprachig wenns sein muss - und glaub mir, es tut mir mehr weh, als dir. Ich habe aber in den letzten Wochen gemerkt, dass wenn du mich mit deinen braunen Augen anschaust, gar nicht wirklich mich siehst, sondern nur auf diese eine Reaktion von mir wartest - manchmal auch nur eine Gestik, ein Fingerschnipsen. Es tut mir in der Seele weh, wie abhängig du bist. Wenn du bei mir bist, fühlst du dich sicher und geborgen, schläfst schnell ein, manchmal träumst du auch laut. Und wenn ich dir sage: “Geh”, dann gehst du mit hängenden Schultern, stolperst mit deiner steifer gewordenen Hüfte die zwei Stufen zur Küche hinunter. Aber dort liegst du leider immer im Weg, keine Schranktür lässt sich öffnen, keine Backofentür, keine Spülmaschine. Warum du dir ausgerechnet immer den kleinsten Platz aussuchen musst - ich weiß es nicht. Als würdest du dich in dieser kleinen U-förmigen Küche unsichtbar machen wollen, so unsichtbar wie ich mich manchmal unter Menschen fühle, auch wenn ich mit geradem Rücken und Schultern durchs Leben gehe.
In gewisser Weise habe ich mich an deinen - tut mir leid - Gestank gewöhnt. Aber das du regelmäßig in meiner Gegenwart furzt, kann ich wirklich wirklich nicht mehr haben. Es ist dieser penetrante Geruch, der sich plötzlich von hinten heranschleicht, über meine Schulter hinweg in meine Nase wabbert. Beinahe meine ich ihn sehen zu können, den Gestank, der sich minuten - nicht sekundenlang - in meine Riechrezeptoren festsetzt, mich so fest im Griff hat, dass ich keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann wird es Zeit, dass ich dich hinauswerfe und dir gnadenlos die Tür vor der Nase zuschlage.
10 Jahre kennen wir uns schon. Ich habe immer deine Schnelligkeit bewundert, deine Muskeln, die sich beim Rennen unter deiner Haut abzeichneten, deine Ausdauer und Neugierde. Wir sind beide langsamer geworden, hetzten nicht mehr von einer Aufregung zur Nächsten, halten eher mal inne und genießen. Du machst dich klein, wenn du müde bist, ich strecke mich aus, nutze den gesamten Platz, der mir zur Verfügung steht. Wie unterschiedlich wir doch sein können. Ich dusche täglich, du nie. Und wenn du mal duscht, riechst du hinterher nicht wesentlich besser, siehst nur etwas sauberer aus. Deine Schätze versteckst du neuerdings in meinen leeren Pflanzenkübeln. Was denkst du, passiert mit deinen Schätzten, wenn ich die ersten Frühjahrsblumen pflanze?
Was ich dir noch sagen wollte, es war keine Absicht von mir, dir mit meinem Schreibtischstuhl übers Ohr zu rollern, aber du musst zugeben, so klein ist mein Arbeitszimmer nicht, dass du nicht einen anderen Platz gefunden hättest, als dich genau hinter meinen Stuhl zu schleichen und dich dort niederzulassen. In Zukunft passe ich besser auf - fest versprochen. Und nun ab ins Körbchen - wuff.
28 Juli, 2008
im Bett gelegen. Geschlafen, gedöst, bei jeder Bewegung gestöhnt wie blöd, weil jede einzelne Haarwurzel und Körperzelle gestochen und gepiekst hatte. Ab und zu, wenn meine dauertränenden Froschaugen es zuließen ein bisschen gelesen - und was für ein fürchterlich langweiliges Buch - mich mit Tabletten und Mittelchen vollgepumpt, bei jedem Hustenanfall gedacht - jetzt platzt er mir - der Schädel. Meine Herren ist das öde, wenn man die meiste Zeit des Tages vor sich hinstiert, weil man einfach nichts anderes machen kann. Und wie ich so dachte, jetzt könnte die Schwellung meiner Klüsen endlich mal nachlassen, kam mir doch die geniale Idee, mir Gurkenscheiben drauf zu legen. Als sie zunächst noch mehr tränten, wollte ich sie mir schon hysterisch runterreißen und aufmampfen, was ich dann kurze Zeit später auch tat, aber scheinbar hatte es geholfen. Dämonenrot sind sie zwar immer noch, aber nicht mehr so unansehlich dick.
Wenn ich wenigstens noch Halluzinationen gehabt hätte, die ich später ein paar gläubigen Anhängern als das Wort hätte verkünden können, hätte sich das ganze krank sein doch noch irgendwie gelohnt. Auch finanziell sach ich mal, es gibt ja immer Menschen, die nach der Wahrheit suchen und willens sind dafür zu bezahlen.
Ich hoffe morgen sehe ich schon menschlicher aus, die Dösigkeit und der Schmerz im Kopf lässt immer mehr nach und wenn ich mir nicht fast meine gesamten Wimpern weggewischt hätte, könnte ich morgen fast zufrieden sein.
26 Juli, 2008
Mein Kind kommt immer unglücklicher nach der Schule nach Hause und ich gräme mich. Ich glaube, dass glücklichste Schuljahr war das Prep-Jahr für ihn, von da an gings nur noch abwärts. In der ersten Klasse kam er in eine Klasse, die 1. und 2. Klasse in einem unterrichtete. Jetzt in der 3. Klasse hat sein Klassenlehrer im Halbjahr das Land gewechselt und ist nach Asien zum Unterrichten gegangen. Nun hat er 2! Lehrerinnen, die abwechselnd seine Klasse unterrichten. Er hatte sich so gefreut endlich mal einen Lehrer zu haben, statt eine Lehrerin.
Das Schulsystem hier ist dem britischen System angelehnt. Schuluniform, den Mund halten und alles schlucken, was einem eingetrichtert wird und wenn man mal sein eigenes Gehirn anstrengt und etwas hinterfragt, wird man als undiszipliniert und frech abgestempelt. In der Ecke stehen soll auch vorkommen. Eine gute Strategie auch das letzte bisschen eigenes Denken zu unterdrücken und die nächste Generation Fußsoldaten heranzuzüchten. Montags wird die Aussieflagge am hauseigenen Fahnenmast gehisst und die Nationalhymne gesungen. Dank unserem letzten Premierminister - John Howard - muss jede Schule einen Fahnenmast haben, sonst wird Geld gestrichen.
Es gibt zwar ausreichend Privatschulen, aber die sind fest in religiösen Händen. Die Schuluniformen kosten 5x so viel und sind 10x so hässlich. Mädchen dürfen nur in schicken Faltenröcken und hochgezogenen weißen Kniestrümpfen zur Schule strumpeln und den Jungen werden Anzugshosen, Krawatte und Blazer aufs Auge gedrückt. Der Drogenhandel an Privatschulen ist übrigens höher als an staatlichen Schulen - schätze mal die Kids haben mehr Kohle zur Verfügung, als die anderen oder sie können diese straff organisierte Schulzeit ohne sich zu dopen nicht anders überstehen. Oder beides.
Es gibt eine Montessori Grundschule (Grundschule geht hier bis zur 6. Klasse) im Bush. Genauer gesagt in Cockatoo, die will ich mir mal näher ansehen. Vielleicht ist es genau das, was Jaime braucht, der übrigens als ultimativer Freigeist geboren wurde. Ich habe einfach Angst, dass Schule mein Kind “kaputt” macht. Die Schulgebühren betragen 1300 $ pro Quartal, das ist nicht wenig. Ich will mich mal mit meiner Freundin Gaby unterhalten, deren Tochter auf einer Montessorigrundschule in Deutschland war, gleichzeitig einen Termin mit der Schule vereinbaren, an dem Jaime vielleicht mal Probeunterricht mitmachen kann und wenn es ihm und mir gefällt, hoffe ich, es gibt keine lange Warteliste und er kann spätestens im neuen Schuljahr dort hingehen.
Die Schulgebühren sind wir bereit ohne zu meckern zu tragen, aber Cockatoo ist eine halbe Stunde Fahrtzeit von uns entfernt. Das bedeutet für mich täglich 2 Stunden fahren. Flugs habe ich mir dieses tolle Haus im Netz angesehen - wenn man mal von der Farbwahl absieht (Farbenblind oder total blinder Anstreicher) - gefällt es uns beiden sehr gut. Das Haus ist ein Zedernhaus und vermutlich ganz schlecht isoliert. Und weil alles so offen ist, was nichts Ungewöhnliches ist für australische Verhältnisse, wird man sich trotz Zentralheizung und zusätzlichem Holzofen im Winter den Arsch abfrieren.
Eigentlich wollte ich nie im Bush leben wegen der Brandgefahr im Sommer. Und ob es dort schon schnelle Internetverbindungen gibt, ist auch so eine Frage…
21 Juli, 2008
eher nur zur Karnevalszeit - oder so war es zumindest, als ich noch dort lebte. Hier bei uns sind sie nichts ungewöhnliches und nächsten Monat findet mal wieder eine solche Party statt. Marcos Freundin, Jess, wird 21. und das feiern die meisten jungen Leute riesig. In den letzten Monaten sind beide recht häufig zu fancy-dress-parties eingeladen gewesen und dürften allmählich Übung im improvisieren haben. Jess will als Gingerbread-Frau (Lebkuchen) gehen hat Marco mir gerade verraten.
Ich will nicht improvisieren und komme gerade aus dem kürzlich erst eröffneten Kostümverleih in unserem Ort. Mmmh das Thema ist - Fantasy - aber damit kann ich nicht viel anfangen. Ich habe mein Augenmerk auf Morticia von der Adams Family gerichtet. Morgen werde ich noch mal hinfahren und die Kostüme anprobieren, heut war es mir zu voll im Laden. Eigentlich möchte ich Burgfräulein sein, aber so ein Kostüm gibt’s dort leider nicht. Jaime, den ich mitgeschleppt hatte, meinte, ich könnte doch als Servant (Diener) gehen, aber das reizt mich so gar nicht. Und ich frag mich, wie er da bloß drauf kommt.
Vor Jahren war ich schon mal ein Engel. Ich fand das Kostüm damals affengeil wegen der riesigen Flügel und der tollen weißen Perücke.
15 Juli, 2008
Happy Birthday Jaime. Mögen deine Wünsche eines Tages in Erfüllung gehen.