Lästern


Gestern habe ich was ganz doofes gesehen. Bin abends noch einkaufen gefahren und habe im underground Parkplatz vom Supermarkt geparkt. Da sind vorne weiter immer drei Parkplätze nebeneinander, dann kommt eine Säule und wieder Parkplätze usw. Ich hatte in der Mitte geparkt, links neben mir stand schon ein Auto und der Platz rechts neben mir, also da, wo die Säule dann wieder ist, war frei. Komme ich 45 Minuten später wieder nach unten ist rechts und links von meinem Auto bis auf zwei Autos gaaanz am Ende alles frei. Fährt aber in dem Moment eine Frau (und das ist wirklich schade, dass es sicher Vorurteile des einen oder anderen bestätigen wird), um mein Auto herum (an der Stelle sind praktisch zwei Reihen, wo  sich die Autos Kühler an Kühler gegenüber stehen können) und parkt direkt neben meinem Auto. Vielleicht kann die Frau nicht rückwärts aus einer Parklücke fahren und quetschte sich deshalb zwischen Säule und meinem Auto, sodass sie bequem später wieder vorwärts rausfahren konnte. Ist ja auch alles nicht so tragisch, muss ja jede selbst wissen, wie sie parken will. ABER, dass die Frau, obwohl alles frei war noch zweimal die Position ihres Autos korrigieren musste, bevor sie endgültig geparkt hatte, lässt die Vermutung zu, dass Madam gestern beim Öffnen der Cornflakespackung begeister: “Yeepee, da ist ein Führerschein drin” ausgerufen hatte.

Ich mein, ich bin nicht die weltbeste Einparkerin, aber wie schwer issn das geradeaus in eine Parklücke zu fahren?

Erinnert hat mich das Ganze an den Uli Stein Cartoon…sitzt eine Familie an einem völlig menschenleeren Strand. Kommt eine zweite Familie mit Sack und Pack, bleibt genau neben der ersten Familie stehen und fragt: “Ist hier noch frei?”

geht an Frank und Petra S. aus Deutschland, die mit Touristenvisum und zwei kleinen Kindern nach Australien “ausgewandert” sind. Während der Seecontainer mit ihrem gesamten Hausrat noch unterwegs ist, schlagen Frank und Petra sich mit allerlei Alltagssorgen herum. Wie z. B. kommt man an sein Geld in Australien, wenn man kein australisches Bankkonto hat und wieso bekomme ich eigentlich keine Arbeitserlaubnis, wenn ich in Oz arbeiten möchte? Dringend möchten sie einen Laptop kaufen, damit sie auch in den kommenden Jahren immer schön per Webcam mit den Lieben daheim kommunizieren können. Als Frank mit seiner Schwester in D. telefoniert, damit sie sich um die Bankschwierigkeiten mit der Kreditkarte kümmert, überwältigt ihn der Stress und er weint.

Ich auch, ob der Deppenhaftigkeit mancher Menschen. Schmuddel-Terry, eine australische Internetbekanntschaft, kann da auch nicht weiter helfen. Die Vermutung liegt nahe, dass Terry Null Ahnung hat von den Gesetzen des eigenen Landes. Macht ja nix, Hauptsache im Kühlschrank steht ausreichend Alk. Prost!

Ich schätze mal, Familie S. ist schneller wieder in Deutschland, als ihr Seecontainer für die lange Reise von D. nach Oz benötigt. Dass der Mann Flugzeugmechaniker ist, erschreckt mich als regelmäßige Fliegerin dann doch ganz schön. Die sind doch wohl nicht alle so doof, oder?

Wieviel bezalt ein deutscher Fernsehsender überhaupt den Leuten für diese zur Schaustellung? Oder machen die das für lau? Und warum tue ich mir diese Sendung an, wo ich doch gar nicht auswandern will? Fragen über Fragen…

PS Wenn demnächst bei Ebay Deutschland ein brandneues Laptop mit englischer Tastatur angeboten wird, könnten die Fingerabdrücke der Familie S. aus A. in D. drauf sein.

sind die zwei 18-Jährigen Bubis aus der Sendung Auf und davon (Vox), die für ein Jahr nach Australien gegangen sind. Den einen von ihnen habe ich noch nie lächeln, grinsen oder gar - Gott bewahre - lachen sehen. Aber wenn man von tuten und blasen keine Ahnung hat, hat man auch nix zu lachen. Auch gleich 2x den Zug zu verpassen und jeweils eine Stunde auf den nächsten zu warten, kann einem das Lächeln bereits im Ansatz von den Lippen wischen. Herrlich, ich habe schon so über die beiden gelacht. Gleich geht Benni zum ersten Mal Probearbeiten - es bleibt spannend.

Marco und ich haben auch noch über andere Deppen gelacht, die in Foren nachfragen, wie viel Kohle man so ungefähr für Benzin ausgeben müsste, wenn man von Perth nach Sydney fahren will und ob man etwas zu essen mitnehmen sollte. Nee würde ich nicht tun und Wasser würde ich auf keinen Fall mitnehmen, das ist viel zu schwer oder it weighs you down, wie Marco meint. Ich sag mal so, wer gerne mit einem Trockenpflaumen-Gesicht nach einer ca. 3900 km langen Fahrt in Sydney ankommen möchte - bitte.

Ich finde die Sendung richtig toll. Junge Leute, die sich was trauen, Mönsch, die sollten doch jede Menge andere junge Menschen motivieren mal aus ihrer comfort-zone raus zu kommen.

PS Benni lacht gerade, aber wohl eher aus Verlegenheit - armer Benni.

 

das niemand von meiner Familie so richtig mit der Klimaanlage im Auto umgehen kann. Da wird schon mal das Gebläse so eingestellt, dass vorne an der Scheibe ein bisken Luft schwach pustet. Sitzt man hinten im Auto darf man sich mit viel Glück freuen, wenn nach 300 km mal ein Lüftken nach hinten “weht”. Auch wenn das Gebläse richtig eingestellt ist - zu erkennen am Zeichen mit dem Männeken und dem Pfeil zum Gesicht! - darf man durchaus, vor allem, wenn das Auto in der Sonne gestanden hat, den Regler auf 2 schalten. Besonders empfehlenswert bei kurzen Strecken. Ich frag mal so Warum muss mir in einem Auto mit Klimaanlage die “Soße” runterlaufen? Ein panikartiges hochkurbeln des Fensters ist nicht wirklich nötig. Man kann es durchaus geruhsam hochkurbeln (lassen), ohne das urplötzlich der Benzintank leer ist.

Und so geht’s richtig: full blast (volle Pulle) für ca. 2 Minuten (gibt garantiert keine Bindehautentzündung, was auch daran liegen mag, dass man die klitzekleinen Lamellen verstellen kann - die sind nicht festgemeißelt! - anschließend runterschalten. Je nach Hitze und Länge der Autofahrt kann hier tatsächlich der Regler auf 1 gestellt werden. Ganz gewagte Leute stellen den Regler auf Fuß und Kopf ein - hui - auch das geht - besonders bei qualmenden Füßen nach einem ausgiebigem Stadtbummel - hallelujah.

Das typisch deutsche Phänomen, das kein “Schwein” Zugluft abkann wird übrigens auch in englischsprachigen Foren immer gerne zum Anlass genommen über uns zu lästern.

Lust auf Sex kann einem zum Beispiel vergehen, bevor es überhaupt so richtig losgegangen ist, wenn der Unterhosenstil des Auserwählten so richtig peinlich ist, die Körperhygiene zu wünschen übrig lässt, dir in den Sinn kommt Size does doch matter oder du dich fragst, ob er jetzt deine Vagina mit seiner Heimwerkstatt verwechselt.

Beim lesen vergeht mir die Lust, wenn sich wenige Wörter zu Sätzen aneinander reihen, sich diese kurzen Sätze über 300 Seiten hinziehen und sich so überhaupt kein Lesevergnügen einstellen will. Spätestens wenn ich ab Seite 70 anfange zu überblättern und hier und dort noch einmal quer lese, immer noch nicht zufrieden bin und anfange rückwärts zu blättern, bis ich die Stelle finde, an der die Handlung erklärt wird, dann weiß ich, dass ich ein saulangweiliges Buch gekauft habe. Und dann ärgere ich mich. Und wie! Warum habe ich dieses blöde Buch gekauft? Weil ich im Land der Schafzüchter lebe und mir dachte Hey, nette Idee, so ein Buch aus der Sicht von Schafen? Das kann doch nur gut sein. Hat sogar auf der Spiegelbestsellerliste gestanden. Tief in meinem Innern habe ich allerdings sehr wohl gewusst, dass dies kein Indiz, keine Garantie dafür ist, dass auch mir das Buch gefällt.

Glennkill könnte genauso gut Joykill heißen und war für mich ein einziger Reinfall. Ob die einfachen kurzen Sätze ihr Dasein der Tatsache zu verdanken haben, dass der “Krimi” aus der Sicht der Schafe erzählt wird und es sich hiermit um eine absichtlich simple Wortwahl handelt, die einer talentierten Sechsklässlerin keine Konkurrenz ist oder es tatsächlich nicht anders ging, werde ich nie ergründen können. Eine zweite Chance bekommt diese Jungautorin bei mir nicht. Dennoch - es mag mir vielleicht niemand abnehmen - gönne ich ihr den Erfolg. Mein Geschmack, mein Urteil ist nicht Maß aller Dinge und da Geschmack und Anspruch bei den Menschen individuell ist, mag es durchaus für den einen oder anderen Leser das Buch des Jahres gewesen sein.

Kam ich gestern wieder ins berühmt berüchtigte Dorf, standen drei fremde Männer mit meinem Schwager im Garten, die ihm geholfen haben, ein riesiges Tor aufzustellen. Damit das neue Familienmitglied Enzo vor den Menschen geschützt wird oder umgekehrt. Sag ich “Hallo” in die Runde. Die drei Männer schauen glotzen mich an, sagen nichts, starren einige Sekunden stumm weiter, drehen sich um und machen sich wieder an die Arbeit. Einer hatte etwas blöder gestarrt, als die anderen (doch…das ist möglich…doch doch), was unter Umständen daran gelegen haben mag, dass er Alfred E. Neumann war oder zumindest mit ihm verwandt ist, die Ähnlichkeit ist enorm.

Warum ist es so schwer die einfachsten Formen der Höflichkeit zu befolgen? Jemand grüßt, man grüßt zurück. Ob man die Person nun kennt oder nicht, ist pupsegal. Seltsames Volk…

Zur Not mit öffentlichen Verkehrsmitteln - meine Güte - habe ich gelacht. Ich weiß nicht, warum ich mir das manchmal antue, vermutlich kommt die Voyeurin in mir raus, wenn ich mir die Auswandersendungen im Netz anschaue.

Da zieht eine Familie mit vier Kindern nach Sardinien, war noch nicht einmal in Italien und spricht selbstvertändlich keinen Piep italienisch. Vadder ist mit seinem Schwager in Spee mit einem kleinen Umzugswagen vorgefahren, Mutter, Schwester und die Kinder nehmen den Abendbus außerhalb Hamburgs zum Flughafen, weil öhm am frühen Morgen kein Bus fährt und der Flieger um 6 Uhr morgens geht. Das Gepäck bringt am nächsten Tag ein Freund zum Flughafen. Da übernachten diese Menschen mit ihren kleinen Kindern öffentlich, sind um die 30 Stunden unterwegs, haben aber nur eine Flugzeit von 3.5 Stunden. Und alles nur, weil sie sich kein Taxi leisten wollten.

Scharfe Kandidaten für den Deppen-Preis des Monats :-)

Viel Glück Familie XY aus Hamburg, Sie können es sicher gebrauchen - Hauptsache die Sonne scheint häufiger auf Sardinien, als in Deutschland, der Rest findet sich schon.  

könnte es mir sein, wie andere Leute ihre Haare tragen. Dass aber auch Jaime erschüttert war, der zwar gerne einmal ein quergestreiftes T-Shirt zur krieselig-gemusterten Shorts anziehen würde, wenn ich ihn nicht rechtzeitig stoppen würde, hat mir dann doch zu denken gegeben.

Er saß noch nicht richtig im Auto, als ich ihn von der Schule abholte, schon legte er los…Ich habe die hässlichste Frisur in meinem ganzen Leben gesehen. Oh mein Gott, so was hässliches. Erzähl Jaime. Irgendwie hatte ich 80er Big Hair erwartet, aber nee… Diese Frau, die hatte den ganzen Kopf rasiert und nur vorne ein paar lange pinke Haarsträhnen im Gesicht hängen. Und ganz viel Piercings im Gesicht. Und ihr kleiner Sohn sah genauso aus.

Selbstverständlich sollten auch Punkkinder lesen, schreiben und rechnen lernen, aber muss man ihnen gleich so ein schweres Los mit auf den jungen Lebensweg geben?

Hast du aber ein Glück, Jaime, dass du eine stinknormal aussehende Mutter hast, nicht wahr? Und wie, Mama.

Bei vorausgesagten 38 Grad lohnt sich heute so eine Glatze ganz bestimmt.

Gestern online Zeit verplempert mit Familie XY aus Deutschland, die nach LA gezogen ist. Super vorbereitet…ja damit haben wir jetzt nicht gerechnet, dass wir unser Geld nicht von der blabla Bank in Amerika ausgezahlt bekommen. Wir haben doch mit denen ein Konto in Deutschland. Und auch, dass seine 10-Jährige Bundeswehrzeit bei der Army in Amerika nicht angerechnet wird, erstaunte Familie XY. Von mir gibt es den Deppen-des-Monats-Preis

Ich wünsche der Familie viel Glück, auf dass sie nie mehr nach Deutschland zurückkehren muss, wo dort doch alles Scheiße ist.

Auch Familie ZX hat Deutschland direkt am Heiligen Abend den Rücken gekehrt und ist nach Brisbane, Queensland - Australien gezogen. Leider brachten die australischen Behörden den Schlachtplan der Familie für die erste Woche durcheinander. Ja, ist klar nee, wir feiern hier kein Weihnachten in unserem muslimischen Land. Herr ZX meinte ja auch, es wäre für ihn überhaupt kein Unterschied, ob er in Deutschland ins nächste Dorf, in die nächste Stadt oder in ein fremdes Land ziehen würde. Herr ZX, stimmt, wir sprechen hier alle Deutsch, ob man links oder rechts fährt ist auch Jacke wie Hose und die anderen Kleinigkeiten kann man, wenn man aus dem Staunen wieder rausgekommen ist, auch in den Griff bekommen. Viel Glück Familie ZX.

Nein möchte ich nicht. Auch nicht werden. Ich möchte nicht aussehen, wie eine 25 Jahre alte singende atmende Mumie. Der Mann lebt bereits 64 Jahre mehr als mein Vater gelebt hat.

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