Leben woanders


in Geschäftspost nicht schreiben kann, was man eigentlich möchte. So hatte ein Kunde heute eine durchaus legitime Frage - auch wenn er sie selbst als DA (dumb ass) Frage bezeichnete. Besagter Kunde arbeitet für eine christliche Privatschule und ist selbstverständlich überzeugter Christ, der sich nicht scheut seinen Glauben auf den Lippen zu tragen. Am liebsten hätte ich das Antwortemail mit der Grußformel - May the force be with you - geschlossen, aber ich glaube der hätte keinen Spaß verstanden, obwohl es mir höllisch Spaß bereitet hätte ihn ein bisschen zu verhohnepipeln. Was man nicht macht, ist ja ein Kunde.

The Force is what gives a Jedi (Jedi Ritter) his power. Its an energy field created by all living things. It surrounds us, penetrates us, and binds the galaxy together. Obi-Wan Kenobi

Die “Kraft” gibt den Jedi Rittern ihre Macht/Kraft/Energie. Es ist ein Energiefeld, kreiert von allen lebendigen Dingen. Sie ist um uns, dringt in uns ein und hält die Galaxy zusammen. Oz-Tusse

Passt doch - auch für einen Christen, oder?

Heißt es nicht immer, dass (Serien)Killer häufig schon wegen Tierquälerei in ihrer Kindheit oder Jugend aufgefallen sind? Ich habe gerade einen online Bericht über die Koalas in Queensland gefunden. Muttertier und Joey haben überlebt, ein Joey tot. Gefunden wurden die Tiere von einem Spaziergänger in einem Mülleimer. Das Koalababy hat nur 300 gr. gewogen - was für eine heroische Tat.

Magpies (schwarz-weiße Krähen) wurden in der selben Gegend mit den Flügeln ausgebreitet an Bäume genagelt - lebend. Kröten in Kreuzform an Bäume genagelt- lebend. Letzten Monat hat jemand die Flügel einer Krähe abgeschnitten und das Tier auf einem Shoppingcentreparkplatz hopsen lassen.

Letzte Woche wurden vier Opossums tot aufgefunden, 8 Krähen vergiftet. Zwei Katzen getötet und im Auto der Besitzer hinterlassen. Hunde wurden mit Messern angegriffen.

Man glaubt, dass eine Gang von jungen Männern Anfang 20 dahinter steckt.

Es ist unfassbar! Die Grausamkeit ist unfassbar, genauso wie das sich finden und abhängen in einer solchen Clique. Muss ich mir vorstellen, dass sich da zufällig Leute mit gleicher Gesinnung getroffen haben oder machen die anderen nur unter Druck mit? Fucking hell - das ist echt sick.

Die Höchststrafe gegen Tierquälerei ist 75.000 $ Geldstrafe oder 2 Jahre Gefängnis.

fahren sie hier alle richtig doof. Heute wäre mir beinahe jemand in die Kiste gefahren und das, obwohl ich genau quer als Abbiegerin vor ihm stand. Ist auch ein Kunststück, wie ich finde. Kurze Zeit später will mir jemand in letzter Minute die Vorfahrt nehmen, hatte es sich dann aber zum Glück anders überlegt. Auf dem Highway schlichen sie mit 60, maximal 70 km/h herum und wenn ich nur Hände vor mir am Lenkrad sehe, aber keinen Kopf,  weiß ich in der Regel es ist Oma-Alarm und man sieht mich ungeduldig die Spur wechseln.

Rückwärts von der Auffahrt fahre ich nur noch sehr langsam, seitdem unsere Nachbarn beinahe einmal mit meinem Auto Bekanntschaft gemacht hätten. Da ich nicht sehr gut auf die Leute zu sprechen bin, hätte man mir das Übermangeln der Leute womöglich noch als böse Absicht ausgelegt. Zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, es war dunkel und links und rechts sind Büsche. Wie ich heute so rückwärts runterrolle, halte ich an den Büschen an, um mich noch mal zu vergewissern, dass auch niemand kommt. Ich höre durch Grönemeyers gesinge keine 30 cm von mir entfernt Vögel in den Büschen zanken. Fliegt doch ein Vogel direkt an meine Scheibe, kreischt und flattert Sekunden lang aufgeregt davor herum, bis er endlich wegfliegt. Ich habe auch gekreischt vor lauter Schreck. Gott war das doof. Hoffentlich hat das keiner gesehen, wie ich mir auch noch reflexartig Mitte Brust gegriffen habe. Und was jetzt noch viel blöder ist, ich muss dann sofort an den Hitchcock Film Die Vögel denken.

Genauso dämlich wie ich vergessen hatte, dass ich die beiden Enden meines Schals über die Schulter geworfen hatte, weil ich sie nicht im Essen hängen haben wollte. Sitze ich kurze Zeit später kurz draußen, um eine Zigarette zu rauchen (und hab mir den Hintern abgefroren), fallen die Zipfel des Schals wieder nach Vorne und ich zucke halb hysterisch zusammen. Ich denke dann immer gleich an Riesenspinnen. Hatte ich schon mal erzählt, dass ich mal so einen fetten Huntsman auf meiner Schulter sitzen hatte? Kein Wunder, dass ich traumatisiert bin.

John erzählte mir heute, dass in Queensland nun schon der dritte Koala zu Tode geprügelt aufgefunden worden ist. Ich habe davon rein gar nichts gehört. Was sind das für Menschen, die so etwas machen?

Morgen ist Kostümparty - juhu.

Heute die Rechnung für Grundstückssteuer und Müllabfuhr bekommen. Selbstverständlich sind die Kosten gestiegen. Dafür hat sich der Wert unseres Besitzes innerhalb von 8.5 Jahren verdoppelt. Davon haben wir allerdings nichts, so lange wir nicht verkaufen. Und wenn wir verkaufen würden, dürften wir tief in die Tasche greifen, um ein neues Haus unser zu nennen. Also nicht wirklich was gewonnen, oder?

Die Wasserrestriktionen in unserem Einzugsgebiet sind jetzt bei Stage 3a. Ungerade Hausnummern dürfen sonntags und mittwochs ihren Garten wässern, gerade Hausnummern samstags und dienstags. Wer ein automatisches Sprenklersystem installiert hat darf an diesen Tagen zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens wässern. Alle anderen müssen an ihren Tagen zwischen 6 und 8 Uhr morgens mit Sprühdüse am Schlauch oder mit Gießkanne gießen. Lebt in einem Haushalt wenigstens eine Person über 70 Jahre, darf an diesen Tagen zwischen 6 und 10 Uhr morgens gegossen werden. Die anderen müssen halt früher aufstehen. Macht ja nix, dafür sind sie auch noch jünger. Dabei heißt es doch immer, alte Leute schlafen schlecht, stehen früh auf und so…

Mittlerweile besteht unser Garten fast nur noch aus native Pflanzen, die wenig Wasser benötigen. Die paar anderen, die wir haben, müssen hart um ihr Überleben kämpfen - ich gieße nämlich meinen Garten überhaupt nicht mehr. Habe ich anfangs noch fleißig im Frühling Sommerblumen gepflanzt und Jahr für Jahr viel Geld dafür ausgegeben, beschränke ich mich jetzt auf drei größere Pflanzenkübel - fertig.

Autos dürfen schon lange nicht mehr zu Hause mit Trinkwasser gewaschen werden und auch das Rasensprengen ist verboten. Ich erinnere mich daran, dass ich in unserer Nachbarschaft immer wieder vor einigen Jahren alte Leute gesehen habe, die mitten im heißen Sommer mit einem Gartenschlauch in der Hand auf dem Rasen standen und gewässert haben. Beinahe hätte man das Wasser verdampfen sehen können. Habe damals schon gedacht, wie bekloppt, bei der Hitze geht er ohnehin ein und kommt im Herbst, Winter und Frühling grün wieder.

In der Zeitung habe ich heute gelesen, dass vier private Krankenhäuser in Melbourne Frauen die ohne Komplikationen ein Kind bekommen haben, jetzt die Option geben zwei Tage nach der Geburt in ein 5 Sterne-Hotel zu ziehen. Und zwar für den Rest ihres normalen Krankenhausaufenthaltes. Das hat den Vorteil, das Bettenkapazitäten im Krankenhaus frei werden. Wenn der Arzt, der Geburtshelfer und die Mutter einverstanden sind. Sie werden dann weiterhin von Hebammen betreut. Ich denke es kann sich hier nur um ein oder zwei Tage in Luxus handeln, da man hier eigentlich mittlerweile nach drei Tagen nach der Geburt “rausgeworfen” wird.

Ein Undertaker (Angestellter eines Bestatterinstituts) ist durch Diebstahl im Hause von Verstorbenen böse aufgefallen und darf sich nun vor Gericht verantworten. Und dann hat er noch irgendwas sexuelles im Leichenwagen mit sich gemacht, was die weibliche Beifahrerin gar nicht lustig fand. Hätte ich auch nicht, wenn der womöglich seinen Willy rausgeholt hat. Meine Herren - Leute gibts.

Polizisten in der City sind jetzt dazu übergegangen Volltrunkene per Taxi nach Hause chauffieren zu lassen. Die Taxifahrer finden das gar nicht lustig und wehren sich. Denn die meinen, die Leute sollten in die Zellen gesperrt werden. Das geht aber nicht, weil es gar nicht so ganz viele davon gibt und die, die vorhanden sind, sind besetzt. Von den Leuten, die sie neulich wegen Drogenhandels hops genommen haben.

Nur 8.9 % des Melbourner Wohnungsmarktes gilt als erschwinglich für Menschen mit geringerem Einkommen. Beim Rest geht eine große Portion des wöchentlichen Einkommens für Mietkosten drauf. Es sollen jetzt möglichst schnell ca. 90000 Grundstücke in fünf Gegenden als Baugebiet deklariert werden, die sich durch stetiges Wachstum auszeichnen. Dazu gehört auch die Gegend, in der wir wohnen. Da unser Ort ja nun wirklich seit Jahren wächst, frage ich mich, wann der Punkt erreicht ist, an dem wir keine ausreichenden Grünflächen mehr um uns haben.

Ich bin jetzt schon seit etlichen Monaten ziemlich vom stetig wachsenden Verkehrslärm angenervt. 100 m hinter uns ist der alte Highway, der auch in den Ort führt. Vielleicht 1-1.5 km dahinter befindet sich der Monash Freeway, der nach Melbourne oder zur anderen Seite hin nach New South Wales führt. Nachts hören wir Güterzüge - die Gleise führen ca. 1 km von uns entfernt am Ort entlang. Wenn kein Helikopter oder ein Kleinflugzeug über unser Grundstück fliegt, ist es ein leise brummender Jumbojet Richtung Flughafen oder Asien. Und wenn das alles nicht ist, kommt der Nachbarbengel um 23 Uhr mit seiner alten Gurke angeröhrt.

Nun könnte man fragen, warum wir nicht umziehen. Ganz einfach. Wenn wir in unserem Ort wohnen bleiben wollen und das wollen wir, weil er alles aber auch alles zu bieten hat, dann ist es ganz egal in welcher Himmelsrichtung wir uns niederlassen wollten - der Verkehrslärm ist entweder schon da oder wird bald folgen.

Denken ist für mich wie Selbstgespräche führen. Man sollte doch meinen, da ich 32 Jahre lang in Deutschland gelebt habe, dass ich auch weiterhin auf Deutsch denke. Ist aber nicht so. Meine Umgangssprache ist seit 10 Jahren Englisch und das prägt.

Interessanterweise ändert sich die Sprache des Denkens, wenn ich am Skript oder an einer Kurzgeschichte arbeite. Wo ich auch gehe und stehe formen sich ganz unfreiwillig Sätze in meinem Kopf und die sind dann eindeutig Deutsch. Ich finde mein Gehirn vollbringt da eine enorme Leistung und hoffe, dass mich genau dieses hin- und her zwischen den Sprachen vor Alzheimer bewahrt. Und falls doch nicht, werd ich es irgendwann ohnehin nicht mehr merken. Also gehoppt wie gesprungen…

Sollte sich jemand über meine manches Mal verdrehte Satzstellung wundern, liegt es teilweise am Leben zwischen zwei Sprachen. Manchmal fällt es mir selbst auf, manchmal erst viel später, manchmal womöglich gar nicht. Damit muss ich leben, gibt bekanntlich Schlimmeres.

Ich bin immer schon gerne mit Sprache umgegangen, auch wenn ich sie nicht perfekt beherrsche. Zwischendurch werde ich müde Englisch sprechen zu müssen. Hängt mir manchmal zum Hals heraus. Warum ich mir selbst die Grundlage der Kommunikation in meiner Muttersprache geraubt habe, weiß der Geier. Dass es manchmal so unendlich mühsam, nervig, bedrückend sein kann zwischen zwei Kulturen zu leben, können nur diejenigen nachvollziehen, denen es ähnlich geht. Ich fühle mich an einem Scheideweg und zögere eine Entscheidung hinaus. Teilweise aus Angst, teilweise ist der Zeitpunkt nicht sehr passend. Nur wann ist er das? Es wird immer Umstände geben, die nicht 100 % passen.

Noch nie in meinem Leben habe ich vor einer Entscheidung gestanden, von der das Glück so vieler Menschen abhängt, die mir sehr nahe stehen. Ich kann nicht mehr, ich bin müde traurig zu sein. I am sick and tired to think the same thoughts again and again and again. Something got to give.

…haha reingefallen…nicht Marco, sondern Aaron, der Sohn von Helen und David, auch grade erst 20 geworden. Das macht Helen mit 41 Jahren zur Oma. Hab Marco gleich gesagt, dass ich mir das Verbitte - möchte zwar mal Oma werden, aber möglichst nicht in meinen Vierzigern. Muss ja jetzt niemand wissen, dass ich meine eigene Mutter mit 45 Jahren in die Oma-Kategorie katapultiert habe. Außerdem können sich die beiden noch nicht einmal leisten von Zuhause auszuziehen, wobei Marco gestern noch meinte, er würde sich einen kleinen alten Wohnwagen kaufen (wovon mein Sohn?) und ihn Vorne auf den Rasen stellen. Zum duschen und essen würde er selbstverständlich ins Haus kommen. Was für eine brilliante Idee. Hätte ich auch drauf kommen können.

Nach kurzem nachdenken, kommt mir eine viel bessere Idee. Ihr Zwei übernehmt die laufenden Kosten für unser Haus im nächsten Jahr und John, Jaime und ich gehen für ne Weile nach Deutschland. How does that sound Marco? Könnte mir vorstellen, dass wir uns dann weniger gegenseitig auf den Nerv gehen, denn die traute Zweisamkeit, die sich hier auf dem Foto darstellt, dauert bei uns immer nur wenige Minuten an und ich meine, das liegt daran, dass man in dem Alter einfach nicht mehr Zuhause wohnen sollte.

Wie mein Ex in einem anderen Leben zu mir zu sagen pflegte…das gute Verhältnis zu den Eltern wächst mit zunehmender Entfernung zu ihnen…oder so ähnlich.

ist der Jaime, denn den nervt der aufgesetzte Aussie-Akzent, genauso wie mich. “How ya goin mate?” (ausgesprochen meit) und alles schön langgezogen. Gerne auch mal in der Werbung benutzt, meistens wenn es um Farmer und Autos geht oder Bier. Vermutlich versteht die Zielgruppe sonst die Werbebotschaft nicht. Steve Irwin, der Croc-Hunter, hatte ihn ja trademark-mäßig perfektioniert, was ein Grund war, warum ich den Mann schlecht ertragen konnte.

Es gibt ja auch noch den “Oi!” Ruf (ausgesprochen wie die deutsche Vorsilbe eu), der so viel bedeutet wie “Ey” oder “Ey! Finger weg!” oder auch “Ey! Was machste da?” und klingt völlig primitiv. Auch in Jaimes Ohren und da frag ich mich doch, ob er, obwohl rein äußerlich Johns Clone ist, doch mehr von mir mitbekommen hat, als ich bislang gedacht hatte.

Das Wort “mate” wird meistens nur von Männern benutzt. Frauen beschränken sich auf das Wort Daaarrl (Darling) oder Luv - da fühlt man sich immer 30 Jahre jünger, wenn man so im Shop von der Verkäuferin angesprochen wird.  Und seit wann werden 11-Jährige im Geschäft ernst genommen?

Ich mag aber den normalen Aussie-Akzent, auch wenn sich das Ohr schwer dran gewöhnen muss, wenn man neu hier ist. Sowieso interessant, dass alle Englischsprachigen dieser Welt so viele verschiedene Akzente zu bieten haben. Was mich jetzt zu den verschiedenen Dialekten in Deutschland bringt. Da schrieb mir ein Bekannter gestern, er hasst sächsisch und fränkisch, wobei sächsisch total provinziell, primitiv und rückständig in seinen Ohren klingt. Und so gehts mir mit dem aufgesetzten Aussie-Akzent.

Ich glaube, ich hab darüber schon mal lamentiert…naja ist ja egal. Bin jetzt den 5. Tag hintereinander eingesperrt im Haus - es ist kalt, regnerisch und teilweise windig und weil wir immer nur kurze Strecken fahren und nur kurz draußen sind, lohnt sich die Winterjacke nicht. Dafür friert man sich aber den Hintern ab, wenn man mal kurz vom Parkplatz in die Geschäfte geht - richtig ungemütlich. Ich will es jetzt wärmer haben, auch die trockene Heizungsluft nervt langsam.

Habe ich mich vor wenigen Tagen noch über Google ereifert, erfahre ich gestern Abend von Marco, dass das Kraken-Google-Mobil schon längst in unserer Straße war und ja…hallo…man unser Haus bewundern darf. Schön, dass nur wenige unsere Adresse kennen. Das Google-Mobil muss vor einigen Monaten durchgeeiert sein, Änderungen, die wir am Haus vorgenommen haben, sind nämlich nicht sichtbar und auch der Rasen vorne ist vertrocknet, was er jetzt im Winter nicht mehr ist. Ich wünschte mir ich hätte den Moment, in dem dieses ominöse Teil durch unsere Straße getuckert ist, mitbekommen. Dann wäre ich nämlich vors Auto gesprungen und hätte gleich verlangt, die Daten zu löschen. Denn ja, stellt euch vor, ich liebe es selbst bestimmen zu können, ob ich mein Haus im Internet anglotzen lassen möchte oder nicht. Das bisschen Privatsphäre, das einem bleibt, möchte man doch beschützen. Zumindest ich. Weiß nicht wie “man” darüber denkt. Klar, die Straße ist öffentlich - aber mein Haus nicht! Es geht mir ums Prinzip, das mag man bereits erkannt haben. Ja, ich kann Prinzipienreiterin sein, wenn ich will. Und warum auch nicht?

In diesem ach so schönen Land darf man aus politisch korrekten Gründen sein eigenes Kind nicht mehr bei Veranstaltungen fotografieren, es sei denn man stellt absolut sicher, dass sich kein anderes Kind mit auf dem Foto befindet…mmh kann man ja so schnell gar nicht…mmmh da darf dann von einem verlangt werden, die Fotos zu löschen. Oder es wird einem die Kamera abgenommen. Ja, ja so ist das hier seit Jahren an den Schulen, bei sportlichen Veranstaltungen oder bei Aufführungen in Kindergärten und Schulen. Weil, das muss ich jetzt sicher erst erklären..also das ist so…hier versteckt sich hinter jedem Busch und Eukalyptusbaum ein Pädophiler. Und der geht hin und fotografiert wahllos Kinder. Und dann geilt der sich im privaten an diesen angezogenen Kindern auf und vielleicht ist der auch Mitglied in so einer Tauschbörse, wo ganz viele andere Wichser und Kinderschänder vertreten sind. Leuchtet ein, oder?

Genauso wie…also das muss ich jetzt auch mal erklären…in diesem schönen freien Land…da gibts Videoshops. Nichts Ungewöhnliches, nee finde ich auch nicht. Also da geht man ahnungslos mit seinen Kindern rein und da reihen sich dann Horrormovie-Cover an Softporno-Titten-Cover und eine Reihe weiter sind dann “normale” Filme und noch ne Reihe weiter die Kinderfilme. Und es stört auch kein Schwein, dass man sein Kind mit in einen Kinofilm nimmt, der überhaupt nicht geeignet ist für Kinder in deren Alter. Weil…mmh ja…also das muss ich jetzt auch mal kurz erklären…man als Eltern schließlich am besten weiß, was gut für seine Kinder ist. Wo kommen wir denn da hin, wenn das Gesetz den Eltern vorschreibt, dies und jenes nicht zu dürfen? Mmh? Wohin? Das geht eben nicht, in diesem unserem freien Land.

Und deshalb darf man sein eigenes Kind nicht mehr in der obengenannten Öffentlichkeit fotografieren. Ist doch logisch, oder?

 

 

 

Qantas did it again. Der fünfte Vorfall innerhalb kürzester Zeit - das Loch, das durch eine Explosion entstanden war, mitgezählt. Dann schließt sich die Fahrwerkklappe nicht oder man hört Geräusche und bricht den Startvorgang ab. Ein anderes Mal wurden technische Probleme noch am Boden bemängelt und der Start verzögerte sich um drei Stunden. Auch schön, wenn man drei Stunden am Boden festsitzt. Und grad vor ein paar Tagen lief Hydraulikflüssigkeit aus. Bin ich froh, dass ich nie mit Qantas fliege und meine Entscheidung den größten Teil der Reise nach Deutschland das nächste Mal auf dem Landweg zu absolvieren, erscheint mir immer mehr die Richtige. Kann natürlich sein, dass ich mir das gar nicht leisten kann, was weiß ich denn, was so eine Zugreise von China nach Moskau kostet.

Meine Nichte fliegt aber Ende August mit Qantas und findet die Nachrichten gar nicht lustig.

Google Street Views hat sich auch nicht unbedingt Freunde hier gemacht. Der, die, das Google-Mobil-Fahrer hat sich häufig kackendreist über Verbotsschilder hinweggesetzt und juckelte munter Privatstraßen entlang. Finden die Anwohner gar nicht lustig. Auch nicht, dass es Tage dauert, bis deren privaten Häuser wieder aus dem Netz verschwinden. Selbstverständlich sind schon die ersten Images im Netz - ein Mann macht während der Arbeitszeit ein Nickerchen im Firmenwagen, ein anderer zeigt einem Autofahrer den Finger, Obdachlose sitzen in einer Seitenstraße auf dem Boden - aber die haben ja eh keine Lobby. Schön, dass man jetzt sehen kann, dass sie doch nicht unsichtbar sind. Dennoch, ich muss ehrlich sagen, auf Google Street View kann ich nicht nur getrost verzichten, ich finde Google immer unsympathischer. Leider ist es bei so einem Kraken-Konzern eher unwahrscheinlich, dass Otto Normal gegen ihn vor Gericht zieht - kostet zu viel und würde sich jahrelang hinziehen.

Der irische Backpacker, Anfang 20, der erst drei Wochen hier war wurde jetzt als die Leiche per DNA identifiziert, die man vor wenigen Tagen im Yarra River in Melbourne gefunden hatte. Mir ist völlig schleierhaft wieso hier Jahr für Jahr Backpacker ihr Leben lassen.

Ein Mann, Anfang 40 wurde bewusstlos irgendwo in den Straßen gefunden. Liegt jetzt im induzierten Koma mit schweren Kopfverletzungen. Einer von Vielen, die regelmäßig zusammengeprügelt werden.

Ein Polizist ist zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte über Wochen hinweg einen Puff in Melbourne aufgesucht. Dass er das während der Arbeitszeit getan hatte, war ihm nicht angekreidet worden, aber dass er seinen Waffengurt an der Rezeption abgegeben hat. “Pamela” meinte, es wäre weniger um Sex gegangen, sondern mehr ums Reden. Der Arme hatte halt eine ganz üble Scheidung hinter sich. Schätze mal ein Psychologe hätte weniger als 16000 Schleifen gekostet.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Reserve Bank den Leitzins senkt - schade.

Der Zahnspezialist wird demnächst an mir 955 $ verdienen. Was der andere, den ich auch noch aufsuchen muss für das Herausoperieren meiner Weisheitszähne berechnen wird, weiß ich noch nicht. Mein Zugticket China-Moskau-Köln rückt dadurch ein bisschen weiter in die Zukunft, als mir lieb ist.

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