Lesen


und immer schon seitdem ich lesen kann. Neuerdings nerven mich aber ewig lange Bücher und ich erlaube mir Seiten-Hopping.

Die australische Schriftstellerin Monica McInerney hat u. a. Those Faraday girls geschrieben, erscheint in der deutschen Übersetzung in Kürze unter dem Titel Die Töchter der Familie Faraday. Eine wunderbar erzählte Familiengeschichte, die sich über 20 oder waren es doch 30(?) Jahre zieht.

Max Barrys Buch Company - deutscher Titel Chefsache - habe ich mir in der Bücherei zurücklegen lassen und Gregory David Roberts - ebenfalls australischer Autor - wird mir per Audiobuch erzählen, was er so alles als Verbrecher erlebt hat. Ich habe nämlich nicht die geringste Lust ein Buch mit knapp unter 1000 Seiten zu lesen. Shantaram heißt es und wird demnächst unter diesem Titel auch in der deutschen Übersetzung vorliegen.

Mal blind aus der Bücherei habe ich P. J. Tracys Live Bait - deutscher Titel Der Köder - gegriffen. Autoren sind Mutter und Tochter aus America. Schöner Schreibstil, gefällt mir, Schmunzelszenen, tolle Charaktere…wenn da bloß nicht alle paar Seiten in irgendeiner Form Bezug auf deren letztes Buch Monkeewrench - deutscher Titel ist glaube ich gleich - genommen werden würde. Das hat mir von Anfang an das Lesen wirklich vermiest, hab dann nur noch quergelesen. Ach was rede ich? Ich habe nur noch das Ende gelesen. Warum das Buch nicht Monkeewrench II heißt ist mir völlig schleierhaft.

Lust auf Sex kann einem zum Beispiel vergehen, bevor es überhaupt so richtig losgegangen ist, wenn der Unterhosenstil des Auserwählten so richtig peinlich ist, die Körperhygiene zu wünschen übrig lässt, dir in den Sinn kommt Size does doch matter oder du dich fragst, ob er jetzt deine Vagina mit seiner Heimwerkstatt verwechselt.

Beim lesen vergeht mir die Lust, wenn sich wenige Wörter zu Sätzen aneinander reihen, sich diese kurzen Sätze über 300 Seiten hinziehen und sich so überhaupt kein Lesevergnügen einstellen will. Spätestens wenn ich ab Seite 70 anfange zu überblättern und hier und dort noch einmal quer lese, immer noch nicht zufrieden bin und anfange rückwärts zu blättern, bis ich die Stelle finde, an der die Handlung erklärt wird, dann weiß ich, dass ich ein saulangweiliges Buch gekauft habe. Und dann ärgere ich mich. Und wie! Warum habe ich dieses blöde Buch gekauft? Weil ich im Land der Schafzüchter lebe und mir dachte Hey, nette Idee, so ein Buch aus der Sicht von Schafen? Das kann doch nur gut sein. Hat sogar auf der Spiegelbestsellerliste gestanden. Tief in meinem Innern habe ich allerdings sehr wohl gewusst, dass dies kein Indiz, keine Garantie dafür ist, dass auch mir das Buch gefällt.

Glennkill könnte genauso gut Joykill heißen und war für mich ein einziger Reinfall. Ob die einfachen kurzen Sätze ihr Dasein der Tatsache zu verdanken haben, dass der “Krimi” aus der Sicht der Schafe erzählt wird und es sich hiermit um eine absichtlich simple Wortwahl handelt, die einer talentierten Sechsklässlerin keine Konkurrenz ist oder es tatsächlich nicht anders ging, werde ich nie ergründen können. Eine zweite Chance bekommt diese Jungautorin bei mir nicht. Dennoch - es mag mir vielleicht niemand abnehmen - gönne ich ihr den Erfolg. Mein Geschmack, mein Urteil ist nicht Maß aller Dinge und da Geschmack und Anspruch bei den Menschen individuell ist, mag es durchaus für den einen oder anderen Leser das Buch des Jahres gewesen sein.

stehen auf meiner Liste. Hartnäckig ignoriere ich die englischen Autoren auf den Büchertischen. Zum einen habe ich viele davon schon im original gelesen, zum anderen lechze ich nach deutscher Schreibe. So habe ich auch, obwohl ich es mit nach Hause nehmen wollte, Susanne Mischkes neues Buch Der Tote vom Maschsee in meinem Chaos im unausgepacktem Gepäck wieder hervorgekramt und in wenigen Tagen zu Ende gelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Glaubwürdige und interessante Charaktere, die richtige Mischung aus Story und Humor. Humor muss immer drin sein. Vor wenigen Wochen habe ich doch tatsächlich ein Buch gelesen, in dem nicht ein Fünkchen Humor war - grässlich. Langweilig.

Allerdings stockte mir an einer Stelle fast der Atem, als ich las, dass Fernando eine Leidenschaft hatte, die ich auch für meinen eigenen Charakter in meinem Skript vorgesehen habe. Die Stelle ist ja auch schon lange geschrieben und im ersten Moment dachte ich Mist, jetzt kann ich das ändern, sonst werde ich noch bezichtigt nicht originell genug zu sein - obwohl das natürlich eine Veröffentlichung voraussetzt, die für mich noch völlig in den Sternen steht.

Da aber im gesamten Rest des Buches überhaupt nicht mehr auf diese Leidenschaft eingegangen wurde, werde ich mein Skript nicht ändern. Bei mir wird es etwas mehr ausgeführt und ob diese Leidenschaft noch einen höheren Stellenwert einnehmen wird, hängt davon ab, ob sie sich für Situationskomik eignet bzw. die Geschichte voran bringt.

Verraten möchte ich nicht wirklich worum es sich handelt, nur so viel, Susanne wird den Wink verstehen…einer meiner Charaktere kommt aus Indien.

Resturlaub - Tommy Jaud - hab Tränen gelacht über die Szene. Insgesamt 4x über den Tag verteilt gelesen, am liebsten würde ich die gesamte Seite hier reinsetzen, aber das darf man leider nicht.  

Das Label Regionalkrimi finde ich so überflüssig wie ein Kropf und im Grunde auch sehr schade für die Autorinnen. Als Leserin greife ich nicht deshalb zu einem Buch, weil ich die Gegend kenne in der die Geschichte spielt, sondern weil der Inhalt viel versprechend ist. Wenn ich mir vorstelle ein Krimi würde als Tuntenhaus-Krimi angepriesen werden, weil die Autorin gerade dort wohnt…ach nee… es gibt einige Ortsnamen, die so gar keine Anziehungskraft auf mich ausüben.

 

Kathryn Fox ist eine australische Autorin, die ich durch einen Zeitungsartikel für mich entdeckt habe. Sie schreibt seit einigen Jahren und ist auch schon in mehrere Sprachen übersetzt worden. Das Buch Skin and Bone, das ich gelesen habe, ist nicht ihr Erstes. Mir hat es sehr gut gefallen. Auf dem Cover steht Australiens Antwort auf Patricia Cornwell and Kathy Reichs. Mmh ja, weiß nicht. Ich kenne beide Autorinnen, Cornwell lese ich nicht mehr, die letzten drei Romane waren einfach nur noch peinlich, Kathy Reichs letztes Buch hat mir auch nicht so super gefallen.

Auch Kathryn Fox ist, wie Kathy Reichs Ärztin. Schön fand ich, dass sie in dem Interview gesagt hatte, naja sie hätte halt keine Lust mehr auf papsmears (Abstriche, Krebsvorsorgeuntersuchung) gehabt und eigentlich schon immer Geschrieben.

Einmal muss ja das erste Mal sein und so habe ich in der Bücherei nach einem Buch einer holländischen Autorin gegriffen. Und ich bin froh drum. Renate Dorrestein ist eine wahrhaft tolle Geschichtenerzählerin. Ich muss gestehen, ich lese selten keine Krimis, aber dieses Mal hat es sich gelohnt. Der englische Titel lautet Without Mercy, sie ist aber auch ins Deutsche übersetzt worden. Es geht in dem Buch um ein Ehepaar, deren knapp 15-Jähriger Sohn in einer Diskothek erschossen wird. Es geht um die Aufarbeitung von Trauer und Schuld. Mich hat das Buch gefesselt. Wobei ich es nicht übermäßig traurig fand, sondern eher interessant, wie sich Mutter und Vater unterschiedlich mit Schuldgefühlen und Trauer auseinandergesetzt haben. Wirklich lesenswert. Ich werde die Augen offen halten nach ihren anderen Büchern.

Im Augenblick lese ich Susanne Mischkes Mordskind, was ich sehr spannend und unterhaltsam finde. Es gab immer mal wieder Momente, in denen ich nur stumm nicken konnte, wenn sie bestimmte Charaktere oder deren Eigenschaften beschrieb. Solche Leute kannte ich auch mal. Ich versuche das Lesen dieses Buches etwas in die Länge zu ziehen - pöh Mensch - mein einziges neues Buch in deutscher Sprache!

Liegen habe ich noch ein Buch von Marele Day, die ich noch nie vorher gelesen habe. Mrs Cook - The real and Imagined Life of the Captain’s Wife. Das ist ein Mix aus historischen und erdichteten Fakten über den Seefahrer James Cook aus der Sicht seiner Frau. Es klingt vom Klappentext her schon mal interessant, ich hoffe, dass mich die Sprache nicht upturnt. Sollte es in zu altmodischem Englisch daher kommen, werde ich wohl passen müssen.

Nachdem ich mehrere Male den Namen Fred Vargas gehört hatte, griff ich auch nach ihren Büchern in der Bücherei. Nach Zweien, um genau zu sein. Ich kann mich mit keinem anfreunden. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung aus dem französischen ins englische liegt, an ihrem Schreibstil, an eine Story, die ich nicht sehr interessant fand…wenn nach 50 Seiten immer noch nichts passiert, was mich bei der Stange hält, überlege ich, ob ich weiterhin meine Zeit verplempern will. Vielleicht gebe ich ihr noch mal eine Chance bei einer deutschen Übersetzung. Es mag aber auch an mein Desinteresse an Frankreich liegen? Es gibt so viele Länder, die ich gerne besuchen würde, die ich interessant finde, Frankreich gehört nicht dazu.

Ich hab mich so über deine Post gefreut - juhu - jemand schickt mir ein Päckchen aus Neuseeland. Und dann auch noch ein Buch, das ich mir beim nächsten Urlaub in Deutschland besorgen wollte. Das war so gewesen, dass Burkhard und ich ein paar Autorentipps ausgetauscht hatten und ich erwähnt hatte, dass ich Susannes Buch auf jeden Fall lesen möchte. Die Portokosten - Amazon-Australien -  sind einfach unverschämt und deshalb bestelle ich mir dort keine Bücher nach hier. Burkhard, im Gegensatz zu mir, bekommt regelmäßig von seiner Schwester aus Deutschland Post. Geil! Und dann hat er sich Susannes Buch (sie hat auch viel mehr geschrieben, als nur das Eine, das mal nur am Rande erwähnt) auf meine Empfehlung hin gekauft. Und weil ich so ein lieber Mensch bin (das hatte er jetzt nicht gesagt, aber ich sach das mal so)  hat er es mir einfach ohne mein Wissen geschickt. Tausend Dank für Susanne Mischkes Mordskind!! Es ist sogar in dem Monat erschienen, in dem ich ausgewandert bin - ein Zeichen - ein Zeichen - nur welches?  Ist es nicht schön Solidarität unter Auswanderern zu erfahren, die zwar aus der gleichen Heimatstadt kommen, sich aber nie im richtigen Leben über den Weg gelaufen sind?

des Traktors auf Ukrainisch habe ich am WE fertig gelesen. Mir hat’s gefallen. Ich hatte es gekauft, zur Seite gelegt, mal bei der A-Online Buchhandlung nachgelesen und es hat teilweise miese Kritiken bekommen. Auch in UK. Ich bin so froh, dass der Geschmack der Leser so verschieden ist und deshalb wirklich nichts auf Kritiken gebe. Nun finde ich zwar nicht, dass dieses Buch eine Art Komödie, wie auf dem Cover behauptet, ist, es hat ein paar lustige Einlagen, behandelt aber ein im Grunde sehr ernstes Thema. Das Alt sein, das Alleinsein, das Hilflos sein, das Geil sein und das Opfer seiner Geilheit werden in Form einer Ehe mit einer 36 Jahre alten vollbusigen Frau aus der Ukraine, um dann im zarten Alter von 84 Jahren finanziell ausgelutscht zu werden. Typisch Mann und selbst schuld. Die Passagen über die Traktoren habe ich großzügig nicht gelesen, interessant fand ich aber ansonsten die kurzen Einlagen russischer und ukrainischer Geschichte. Sowie die Beziehung der beiden so ungleichen Schwestern zueinander.

Dann habe ich mir heute das letzte Buch der Rebus-Serie von Ian Rankin Exit Music ausgeliehen. Es hat eben auch Vorteile im englischsprachigen Raum zu leben - man muss nicht auf Übersetzungen warten - juhu. Nun kann ich nicht behaupten ich sei ein großer Fan von Rebus, ich habe nur drei Bücher davon gelesen - aber es hat seinen besonderen Reiz den letzten Teil einer Serie zu lesen.

Sollen sie haben ihre Preise, die Leute. Persönlich ist es mir egal, wer wann wo was für einen Preis bekommt. Nie wieder werde ich jedoch nach einem Buch im Laden greifen, nur weil ein Aufkleber drauf ist “Träger des deutschen Krimipreises” oder was auch immer für ein Preis verliehen wurde.

Die Rede ist nicht von Andrea Schenkel, die, wie ich gestern lesen konnte, zum zweiten Mal und sogar hintereinander den Deutschen Krimipreis gewonnen hat. Ich habe ihre Bücher nicht gelesen und bezweifel auch, dass ich dies tun werde. Zu gut ist mir noch das einzige und letzte Buch, das ich jemals von Norbert Horst gelesen habe, in Erinnerung.

Wenn ich während des Lesens an meiner Intelligenz und schnellen Auffassungsgabe zweifel, weil ich ganze Sätze in diesem Buch nicht kapiere, was an Nobbies extrem abgehackten Schreibstil liegt und doch nicht an meinem Verstand, dann maße ich mir an zu sagen - grottenschlecht - Finger weg, es lohnt sich nicht. Gerne hätte ich es jemanden in der Sitzreiche vor mir hysterisch an den Kopf geschleudert, aber in Flugzeugen muss man sich benehmen und außerdem ist es gar nicht schick, unschuldigen Menschen Bücher an die Köpfe zu werfen.

Deutschland schickt mir Angebote per Email, was mich irgendwie nervt. Mal schauen, ob ich das abmelden kann, wüsste nämlich nicht, dass ich mich dafür eingetragen hätte. Die 5x in 10 Jahren, die ich dort bestellt habe…naja heute preisen sie Im Brunnen der Manuskripte von Jasper Fforde an - pfft schon vor einem Jahr im Original gelesen höhö. Mir hatte es ausgezeichnet gefallen, der Mann nimmt in diesem Teil seiner Thursday- Next-Bücher den Literaturbetrieb herrlich auf die Schippe.

Ansonsten kann ich die Nostalgiereihe von Stuart M. Kaminsky empfehlen. Das ist ein amerikanischer Autor, der bereits 1977 sein erstes Buch über Toby Peters, einen Privatdetektiv der 40er Jahre geschrieben hat. Und das nur, weil der Autor so sehr an diese Zeit interessiert ist. Toby hat immer Berühmtheiten aus Hollywood als Klienten. Ich hatte die Teile gelesen in denen Bette Davis, Charlie Chaplin und Cary Grant jeweils als Klienten auftauchen. Mir gefallen sie ausgesprochen gut, es kann natürlich sein, dass sie gar nicht ins Deutsche übersetzt wurden, was wirklich schade wäre. Kaminsky hat auch noch andere Serien, aber diese gefällt mir am besten.

Wer gerne mal einen seichteren Krimi, aber mit ausgesprochen gut ausgearbeiteten Charakteren, nämlich Jude und Carole als Amateurdetektive, lesen möchte, dem empfehle ich den Briten Simon Brett. Hier auf jeden Fall das erste Buch lesen, in dem sich Jude und Carole kennen lernen. Es ist ein reines Vergnügen über die verschiedenen Bücher gerade die Entwicklung von Carol, die völlig zugeknöpft ist, eigentlich keine Freunde hat, immer darauf bedacht ist, niemanden zur Last zu fallen, selbst zu ihrem Sohn ein sehr distanziertes Verhältnis hat, sich fürchterlich langweilig kleidet, obwohl erst Anfang 50 und vom Staatsdienertum frühpensioniert ist, verfolgen zu können. Im übrigen schreibt Simon Brett mit einem sehr feinen Humor, der meiner Meinung nach den Mangel an spannungsgeladenem Mord und Totschlag mehr als wettmachen. Echte whodunnits (wer war’s?) eben. Wer allerdings lieber echte Thriller liest, der ist mit Simon nicht gut beraten.

Ich sehe gerade beim berühmten Onlinehandel nach und siehe da, das erste Buch ist nicht übersetzt worden und für ein anderes Buch gibt es von einem Leser magere 2 Sterne. Mag am Geschmack liegen, mag an der Übersetzung liegen. Kann man nichts drauf geben. Wer selbst schreibt und noch was über Charakterentwicklungen lernen möchte, der ist mit Simon gut bedient.

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