ihre Fahrt mit einer bestimmten Straßenbahnlinie gestern Abend nicht. Ich wohl - nachdem ich den zwei Seiten langen online Bericht gelesen habe. Die Fahrerin hatte verpasst links abzubiegen, wo sie hätte abbiegen sollen. Da blieb ihr nichts anderes übrig, als geradeaus weiterzufahren. Die Passagiere beschwerten sich, dass sie gar nicht wüßten was los sei. Angeblich raste die Fahrerin mit hochgelegten Füßen wie eine Wahnsinnige durchs nächtliche Melbourne und beachtete selbstverständlich auch kein Rotlicht.
Viele der Passagiere fingen an über ihre Handys Hilfe zu rufen. Nur wen die da angerufen haben, weiß der Geier. Vielleicht haben sie sich von ihren Lieben verabschiedet. Es war unter ihnen auch eine Frau mit ihrer 12-jährigen Tochter. Die ist jetzt fürs Leben gezeichnet, traumatisiert sozusagen und wird bestimmt nie wieder in eine Straßenbahn einsteigen. Die Straßenbahn, bestehend aus drei Abteilen, raste und raste und raste. Sagten die unfreiwilligen Mitfahrer.
Die Fahrerin sagte aus, sie hätte die ganze Zeit in Kontakt mit der Zentrale gestanden und die Anweisung bekommen, weiterzufahren und so fuhr sie logischerweise, da Straßenbahnen nicht rückwärts fahren dürfen, geradeaus weiter. Ferner hätten Passagiere sie angepöbelt, besonders eine Frau mit ihrer Tochter. Laut Computerlog ist sie nie schneller als 60 Stundenkilometer gefahren.
So kanns gehen - jeder empfindet ein Erlebnis anders. Ich schätze mal, es lag an dem sich ausgeliefert fühlen, dass viele Passagiere meinten mit Lichtgeschwindigkeit gerast zu sein und selbstverständlich an der Tatsache, dass keine Durchsage kam und sie somit nicht wußten, ob die Fahrerin auf Droge ist oder sonstwie durchgeknallt war.
Ach ja, eins noch, sie sagte auch, als erstes hätte sie ein Passagier angesprochen, der sehr schlecht, eben nur gebrochen Englisch sprach. Das hätte sie so abgelenkt, dass sie die Abbiegung verpasst hätte.
Und das glaube ich sofort.